CLOPPENBURG Nach dem rechtskräftigen Urteil des Landgerichts Oldenburg gegen Ex-Dechant Alfons Kühlung auf Rückzahlung von rund 305 000 Euro an die St.-Andreas-Kirchengemeinde gehen die juristischen Auseinandersetzungen in die nächste Runde. Nun hat die Stiftung St. Josef als Trägerin des Josefs-Hospitals einen Zivilprozess vor dem Landgericht Oldenburg gegen Kühling angestrengt. Dabei soll es dem Vernehmen nach um rund 250 000 Euro gehen, die das Kuratorium von seinem ehemaligen Vorsitzenden verlangt. Darüber sei am vergangenen Montag verhandelt worden, bestätigte Mario von Häfen, Pressesprecher des Landgerichts Oldenburg.

Über die Hintergründe der Anklage machte von Häfen jedoch keine Angaben. Auch die Kirche schwieg sich auf Nachfrage zu dem Prozess aus: „Beschlüsse und Entscheidungen der staatlichen Gerichte in Angelegenheiten des Cloppenburger Priesters Alfons Kühling sprechen für sich und werden kirchlicherseits vom Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta nicht weiter kommentiert“, teilte Peter Waschinski, Pressesprecher des Offizialats, mit. „Zudem bitte ich um Verständnis, wenn das Bischöfliche Offizialat in Vechta zu Alfons Kühling betreffenden schwebenden Verfahren keine Stellungnahmen abgeben kann.“

Offenkundig wurde jetzt, dass Kühling für seelsorgerische Tätigkeiten in bar kassiert haben soll. So soll Kühling nach einem Pressebericht vom ehemaligen Verwaltungsdirektor des St.-Josefs-Hospitals, Bernd Bergmann, monatlich rund 2000 Euro in bar und ohne Quittungen erhalten haben.

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Wie berichtet, hatte das Offizialat wegen des Verdachts der Untreue Anzeige gegen Kühling erstattet. Bei Buchprüfungen waren Millionenbeträge gefunden worden, deren Herkunft ungeklärt blieb. Kühling hatte als Vorsitzender verschiedener Stiftungen frei über die Konten verfügt.

Noch keine Entscheidung gibt es offensichtlich in der 305 000-Euro-Forderung der St.-Andreas-Gemeinde gegen Kühling. Die Kirchengemeinde hatte nach dem Urteil des Landgerichts in Oldenburg, bestätigt durch das Oberlandesgericht, eine Sicherungshypothek in das Grundbuch für das Privathaus Kühlings eintragen lassen, um ihre Forderung geltend machen zu können. Eine Initiative von Gläubigen setzt sich dafür ein, dass Kühling das Geld nicht zahlen muss. Im Hintergrund wird offenbar an einer Einigung gearbeitet.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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