FRIESOYTHE Die Kinder haben großen Spaß am Musizieren. Das erlebt die 38-jährige Pädagogin Woche für Woche.

Von Thomas Haselier FRIESOYTHE - Ein bisschen lärmresistent muss man schon sein. Sonst könnte man das, was Heidi Schwantje dreimal pro Woche im Friesoyther Kindergarten Don Bosco macht, nicht mit solch großem Enthusiasmus praktizieren. Aber Heide Schwantje ist bekennende Kinderfreundin und animiert die Kleinen geradezu, leidenschaftlich das gesamte Orffsche Instrumentarium zu nutzen.

Die 38-jährige Spielpädagogin arbeitet seit gut vier Jahren in dem Kindergarten, bezahlt bzw. eher gesponsert von Elternbeiträgen. Die Eltern wissen offenbar genau, warum sie das tun. Denn die Arbeit der Mutter von drei Mädchen macht sich mehr als bezahlt. „Auch wenn Musik in meiner Arbeit im Mittelpunkt steht, bin ich den noch keine gelernte Musikpädagogin“, stellt Heidi Schwantje klar. Zunächst war es nicht viel mehr als die reine Freude, sich mit kleinen Kindern zu beschäftigen, und das vor allem mit Musik. „Ich wollte einfach ein bisschen mehr aus meinem Hobby machen“, erklärt die 38-Jährige ihr Engagement. Selbstverständlich war das keineswegs. Denn eigentlich ist Heidi Schwantje gelernte Steuerfachgehilfin. Den Beruf, den sie unmittelbar nach ihrem Abitur 1987 erlernte, gab sie auf, als ihre heute 13, elf und acht Jahre alten Kinder zur Welt kamen. 1999 begann sie dann ehrenamtlich im Kindergarten, sich als „Musiktante“ mit den Kindern zu beschäftigten. Dann aber genügte ihr das

so nicht mehr. „Ich wollte einfach das, was ich gerne tat, auf einen vernünftigen theoretischen Unterbau stellen“, schildert sie ihr Motiv, sich am Theater-pädagogischen Zentrum (TPZ) in Lingen zur Spielpädagogin ausbilden zu lassen.

Dass Musik gerade bei Kleinkindern enorm förderlich für die Entwicklung ist, bestreitet heute niemand mehr ernsthaft. Umso mehr ist man beim Don-Bosco-Kindergarten nun froh, mit Heidi Schwantje immerhin dreimal pro Woche eine gelernte Fachfrau zu haben, die sich musikalisch und spielerisch mit den Kindern beschäftigt. „Das macht nicht nur allen Beteiligten Riesenspaß, es hat tatsächlich auch sichtbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder“, erläutert Heidi Schwantje. Denn Kinder bewegen sich automatisch mit Musik. Der Rhythmus schult sowohl Grob- als auch Feinmotorik. Die Musik macht die Kinder aufnahmefähiger und fördert die Konzentration. Weil Musik emotional aktivieren, Spannungen regulieren sowie Kontakte und Erlebnisfähigkeit fördern kann, wird sie oft auch als therapeutisches Mittel eingesetzt, um etwa Entwicklungstörungen zu mildern oder zu beseitigen. Doch so weit will Heidi Schwantje gar nicht gehen: „Ich bin einfach überzeugt davon, dass die Kinder erstens großen Spaß

am Musikmachen haben und es ihnen zweitens einfach gut tut.“ Und so singen die Drei- bis Sechsjährigen im Sitzkreis mit sichtbarer Freude mit ihrer Heidi, lernen dabei zum Beispiel den richtigen Gebrauch von Präpositionen, wenn die Pädagogin sie auffordert, sich entweder vor, hinter, auf oder neben ihrem Stuhl aufzuhalten. Das nennt sich dann musikalische Sprachföderung. Nach und nach setzt sich die Bedeutung der Arbeit von Menschen wie Heidi Schwantje durch. Denn wer künftig einen besseren Pisa-Test in Deutschland möchte, muss früh anfangen – bei den Kleinsten im Kindergarten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.