„Wir möchten euch Danke sagen für das Gute, das ihr den Menschen getan habt. Ihr habt über den Tellerrand hinausgeblickt und an die gedacht, denen es nicht so gut geht. Kaum eine Gruppe hat über eine so lange Zeit so viel Gutes getan“, lobte Molbergens Pfarrer Uwe Börner die 26 Mitglieder des Missionskreises der Senioren, der sich zum letzten Mal zu einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist traf, um anschließend bei einem Kaffeetrinken im Pfarrhaus endgültig die Gruppe aufzulösen. „Unsere älteste Teilnehmerin ist Dini Krone mit 95 Jahren. Der überwiegende Teil der Mitglieder ist über 80. Es fehlt der Nachwuchs. Da mussten wir realistisch sein und sagen: Es geht nicht mehr“, erzählt Elfriede Meyer, seit 17 Jahren Sprecherin der Gruppe. In den vielen Jahren des Bestehens hat der Missionskreis weit über 150 000 Euro € für die Missionsarbeit erlöst.

Vor weit über 40 Jahren hatten einige Molberger Frauen eine Handarbeitsgruppe gegründet. Die fertigen Handarbeiten wurden für einen guten Zweck verwendet. Aus diesem lockeren Kreis entwickelte sich der Missionskreis, wie eine Urkunde, unterschrieben vom damaligen Pfarrer Göttke, vom 2. Januar 1975 ausweist. In dieser Gruppe wurde gestrickt, genäht, gestickt und gehäkelt. Für Leprakranke wurden Binden gewickelt, die Pater Thörner vom Orden der Salesianer in Calhorn an Bedürftige weiterleitete. Die anderen Handarbeiten wurden regelmäßig im Pfarrheim verkauft und verlost.

Seit vielen Jahren schickt der Missionskreis zudem Pakete zu Schwester Linda Drees nach Südafrika und zu Schwester Ida-Maria Drees in Chile, beides Schwestern von Pfarrer em. Konrad Drees. Die in Molbergen eingesetzte Schwester Maurilia leitete die Gruppe viele Jahre und schaffte es, noch mehr Frauen für die Sache zu begeistern.

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Als Nachfolgerin von Schwester Maurilia, die Molbergen 2001 verließ, übernahm Elfriede Meyer aus Stedingsmühlen die Leitung. Die Angebotspalette auf dem regelmäßig stattfindenden Missionsbasar wurde enorm erweitert. So wurden neben Stick-, Strick-, Häkel- und Näharbeiten auch Gedrechseltes aus Holz, Säfte, Marmeladen, Gelees, Soßen. Liköre, Brote und Kekse angeboten. Alle Produkte wurden selbst hergestellt. „In all den Jahren sind schon hunderte, ja tausende Pakete zu den Missionsstationen geschickt worden, womit wir den Ärmsten der Armen vielleicht ein wenig helfen konnten“, erzählt Elfriede Meyer.

„Wenn Politiker oder andere Entscheidungsträger der Gesellschaft so produktiv im Hilfeleisten gewesen wären wie ihr, sähe die Welt deutlich anders aus“, glaubt Pfarrer Börner, der neben der Dankbarkeit auch Trauer darüber empfand, dass es nicht weitergehe. „Auf der einen Seite hat sich die Gesellschaft verändert. Aber auch die Kräfte der Teilnehmer sind zeitlich. Wenn sie nicht mehr reichen, dann darf man die Hände auch einfach in den Schoß legen“, so Börner, der sich mit einer Rose bei allen Frauen bedankte und sie zum Kaffeetrinken ins Pfarrhaus einlud, in seiner Predigt.

Noch ein letztes Mal hatten die Frauen fleißig gehäkelt und ein handgearbeitetes Taufkleid mitgebracht.

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