Molbergen Durch den Um- und Erweiterungsbau der Anne-Frank-Schule musste das an der Schulstraße auf dem Gelände der Schule stehende sogenannte Totenkreuz versetzt werden. Nun erhielt es auf dem Kirchplatz einen neuen würdigen Platz.

Als es noch keine Leichenhalle in Molbergen gab, wurden die Toten – in früheren Zeiten auf Leiterwagen – vom Sterbehaus zum Friedhof gefahren. Am Eingang des Ortes in der Nähe des Friedhofes stand häufig ein Kreuz, unter dem sich Nachbarn, Bekannte oder Verwandte trafen, um zunächst für den Verstorbenen zu beten und ihn dann auf seinem letzten Gang zu begleiten. Deshalb hießen diese Kreuze häufig Totenkreuze. Auch das Kreuz an der Molberger Schulstraße, das wohl ursprünglich am „Tanger Kirchweg“ stand, ist ein solches Totenkreuz. Allerdings ist das Jahr des Baus dieser ursprünglichen Kreuzanlage und die Herstellung des Corpus nicht mehr zu datieren. Nach dem 2. Weltkrieg war es zeitweise Ausgangspunkt und auch Altar der Fronleichnamsprozession.

„Bei Umbau der Anne-Frank-Schule teilte mir der damalige Bürgermeister Ludger Möller mit, dass das Kreuz nicht an diesem Platz bleiben könne. In unseren Gremien haben wir dann nach einer Lösung gesucht“, so Pfarrer Uwe Börner, der auch daran erinnert, dass an Sockel, Fuß und Kreuzbalken der Zahn der Zeit doch sehr genagt hatte. „Wir entschlossen uns, den Steinmetz Heinz Stall aus Fürstenau zu beauftragen, das Kreuz zu renovieren. Kirchenprovisor Josef Wobbeler und Sohn Jan mauerten fachgerecht den Sockel auf dem Kirchplatz. Die Kirchengemeinde hat die Gesamtkosten in Höhe von 6000 Euro übernommen.“ Dass diese Stelle gewählt wurde, hat für Pfarrer Börner durchaus eine Logik. Schließlich wurden früher die Toten auf dem Platz um die Kirche beerdigt. „Das Totenkreuz steht nun auf dem alten Gräberfeld bei der Kirche und erinnert so daran, dass auch an dieser Stelle Menschen begraben wurden.“

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In den Sockel wurde ein versiegeltes Gefäß vermauert. Darin befindet sich die Geschichte des Kreuzes, das aktuelle Osterbild, eine Beschreibung der aktuellen Corona-bedingten Situation und der Nachruf auf Josef Busse, der 45 Jahre Kirchenprovisor war und genau am Tag der Wiedererrichtung des Kreuzes, am Mittwoch in der Karwoche, beerdigt wurde.

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