Schulprojekt „60 Jahre Kriegsende“

Das Schulprojekt „60 Jahre Kriegsende in Niedersachsen“ richtet sich an alle Schulen im Bezirk. Die Klassen sollen sich im Unterricht mit dem Thema befassen und die Ergebnisse als Präsentation für eine Ausstellung aufbereiten. Die besten Beiträge erhalten einen Geldpreis.

Aus dem Landkreis Cloppenburg nehmen zehn Schulen am Wettbewerb teil. Auf Bezirksebene sind es 50 Schulen.

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Die Ergebnisse der Schulklassen werden bei zwei Ausstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von Freitag, 8.April, bis Donnerstag, 21. April, sind die Beiträge aus dem Kreis im Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ Friesoythe zu besichtigen.

Alle Teilnehmer aus dem Weser-Ems-Gebiet stellen die Ergebnisse ihrer Schulprojekte ab Donnerstag, 28. April, im Cloppenburger Kreishaus aus.

Unterstützt wird das Projekt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Landkreis Cloppenburg.

13 Schüler des Leistungskurs Geschichte am AMG interviewten Überlebende des Zweiten Weltkrieges. Die Erlebnisse der Zeitzeugen wollen sie in einer Ausstellung präsentieren.

Von Thomas Neunaber FRIESOYTHE - „Es waren auch für uns bewegende Momente“, sagt Sebastian Koch. Über viele Wochen waren er und seine Mitschüler vom Leistungskurs Geschichte des 12. Jahrgangs des AMG mit Videokameras unterwegs, um Überlebende des Zweiten Weltkriegs im Nordkreis Cloppenburg zu interviewen. Betreut wurde das Vorhaben von Lehrerin Marianne Liebig.

Es sind bedrückende Geschichten, die die Jugendlichen für ihr Projekt „60 Jahre danach“auf Video aufgenommen und zu Papier gebracht haben. So wie jene Geschichte eines Soldaten aus Elisabethfehn. Auf Heimaturlaub im Nordwesten bittet der junge Mann seine Schwester, ihm mit einem Beil sein Bein zu brechen, um nicht wieder an die Front zu müssen. Um seinen Gesundungsprozess zu verzögern, zieht der verzweifelte junge Mann später Socken an, die er zuvor mit einem Schwarm lebender Bienen gefüllt hatte: Die Insekten stachen mit Erfolg seinen Fuß marschuntauglich.

Auch Ex-Landwirtschaftsminister Gerd Glup aus Thüle schilderte bereitwillig seine Erinnerungen an das Kriegsende 1945 und die ersten Nachkriegsjahre. Glup, Jahrgang 1920, war bis Kriegsende als Soldat im Einsatz.

15 Zeitzeugen fanden die Schüler, indem sie Bekannte und Nachbarn ansprachen und über Aufrufe in Tageszeitungen.

„Die Erlebnisse von Überlebenden direkt zu hören, ist eine spannende Erfahrung“, sagt Matti Meister, Schüler des Leistungskurses Geschichte. Bewegend wurde es für die Beteiligten, wenn das Eis zwischen Interviewpartner und den Schülern endlich gebrochen war. So schildert eine Frau aus dem Nordkreis Cloppenburg die Gräueltaten der Besatzer bei Kriegsende im Sudetenland, die sich an den überlebenden Deutschen bitter rächten. Einige Zeitzeugen stellten den Jugendlichen alte Fotos aus Kriegstagen und der Nachkriegszeit zur Verfügung. Es sind Familienfotos mit lachenden Menschen und deprimierende Dokumente der zerstörten Heimat.

Eine Karte, die die Schüler auf Pappe geklebt haben, zeigt den langen Fluchtweg in die Freiheit, den die Friesoytherin Maria Raker (71) bei ihrer Flucht – gebeutelt von Frostbeulen und Hunger – von Schlesien bis nach Friesoythe zurücklegte. In einer Hütte in Augustendorf fand sie damals mit ihrer Mutter und Geschwistern Zuflucht.

Vor der heute zerfallenen Hütte konnten die Schüler die 71-Jährige interviewen und filmen. Den Gymnasiasten schilderte sie in bewegenden Worten noch einmal, wie sie als Elfjährige mit Mutter und Geschwistern ohne Leitungswasser, Toilette und Strom auch Jahre nach Kriegsende noch in der Hütte im Wald leben musste. Das Wasser zum Baden und fürs Geschirrspülen holten die Flüchtlinge damals aus einem nahe gelegenen Graben.

Andere Elisabethfehner konnten sich noch lebhaft an die letzten Kriegswochen 1945 erinnern, als sie in Bunkern im Moor Schutz vor den Tieffliegerangriffen suchten.

Die einzelnen Videosequenzen wollen die Schüler in den nächsten Tagen zu einem Dokumentarfilm zusammenschneiden. Interessierte können sich im Rahmen der Ausstellungen in der Friesoyther Wassermühle und im Kreishaus in Cloppenburg (siehe Kasten) schon bald ausführlich über das AMG-Projekt informieren.

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