LöNINGEN Die Spannung steigt: Wenn am Sonntag, 3. Oktober, das große Werk Peter Rüwes „Mann mit Schaf“ unter dem Turm der Löninger St.-Vitus-Kirche enthüllt wird, kann sich Löningen auf 5,55 Meter Kunst gefasst machen. Michaela Zysik, Mitarbeiterin am Felix-Nussbaum-Haus (Osnabrück), hat sich intensiv mit dem „Wer“ auseinandergesetzt.

Viele Wege des Zugangs

„Durch seine bemalte Plastik ,Mann mit Schaf’ nähert sich Peter Rüwe einer polyvalenten Thematik, die eine Fülle von Zugangsweisen und Interpretationen zulässt“ so Zysik. Das Kunstwerk sei für die Bürger und Gäste der Stadt Löningen geschaffen. Es soll zu Diskussionen, Austausch und einem intensiveren Miteinander anregen.

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Die Stahlplastik erinnere in der Höhe an den Bremer „Roland“ und verweise so auf das dialektische Verhältnis zwischen Geistlichem und Weltlichem. Mit erhobenem Schwert stehe der „Roland“ dem St.-Petri-Dom gegenüber, und symbolisiere so seit dem 14. Jahrhundert die bürgerliche stadtrechtliche Autonomie. Hier wie in Löningen trete ein frei stehendes Monument mit seinem umgebenden Raum in Dialog.

„,Mann mit Schaf’ wurde auf der Grenze von kirchlichem und städtischem Boden platziert, was einerseits die Identifizierung des Kunstwerks mit dem traditionellen Bild Jesu Christi als ,Guten Hirten’ unterstreicht, andererseits durch die profane Betitelung davon abrückt und auf die Säkularisierung des Motivs hinweist“, so Zysik. Einem „Leporello“ ähnlich ist die Stahlplatte von „Mann mit Schaf“ an vier Stellen gefalzt und hochkant aufgestellt. so ergeben sich ebenso viele Flächen, die Konturen und Leerformen aufweisen.

Mensch im Mittelpunkt

Die Formen gewähren dem Betrachter einen Blick durch das Kunstwerk auf die Umgebung. Eine der Leerformen zeige ein auf seinen Hinterläufen stehendes Schaf, das den Kopf mit dem Maul voran zum Himmel reckt. Eine zweite ausgeschnittene Negativfigur stelle sowohl eine stilisierte Blume als auch Magen, Darm, Schenkelknochen und die Kniegelenke des Mannes dar. Die Darstellung der Organe bei Rüwe stehe für den physischen Kontakt des Menschen zur Umwelt, sagt Zysik.

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