Cloppenburg Das war unter dem Motto „Beethoven hoch drei“ am Sonntag ein fulminanter Auftakt des diesjährigen Kultursommers mit dem Ensemble „Klangkunst“ in erweiterter Besetzung sowie einem Projektchor unter der Leitung von Arthur Mildner in der Cloppenburger Stadthalle. Mildner führte auch durchs Programm, unterstützt von seiner Ehefrau Margarethe.

Zu Beginn erklang Beethovens Coriolan-Ouvertüre op. 62. Kraftvoll und zugleich dramatisch nahm das Orchester Fahrt auf, das durch deutliches Akzentuieren die Spannung erhöhte. Die kantilenenhaften Züge des lyrischen Seitenthemas wurden sorgsam herausgearbeitet.

Danach kam Arthur Mildner mit der eigenen Violine auf das Podium, als Solist in Beethovens Violinromanze Nr.2 in F-Dur op. 50 angekündigt. Kantabel und mit großem Ausdruck brachte er dieses „Lied ohne Worte“ zu Gehör. Dazu korrespondierte das Orchester. Auch war das dynamische Moment stets angemessen, so dass die Solovioline im Vordergrund blieb.

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Der erste Teil der Vortragsfolge wurde mit Beethovens großer „Chorphantasie“ op. 80, der „Kleinen Neunten“, beendet. Mächtig, pathetisch und zugleich verspielt präsentierten sich Ludwig Kleinalstede am Flügel, das Solistensextett, Gymni Park und Heysum Yoo, Sopran, Myriam Murgulia, Alt, Constantin von Hertwig und Stefan Hahn, Tenor, sowie Johan Koscica, Bass, und der Projektchor mit dem Ensemble „Klangkunst“. Dem Solosextett sowie dem Projektchor gebühren besondere Anerkennung, denn die Gesangspartien bedeuteten wegen der extremen Höhen eine enorme Anstrengung. Jedoch war das nicht Beethovens Absicht, sondern unsere exorbitant hohen Stimmtöne als Diktat des kommerzialisierten U-Musik-Betriebs sind als Ursache auszumachen. Wir kennen Beethovens oder Schuberts Stimmtonhöhe c’=256 Hz ≙ a’=432 Hz gemäß der Registerwechsel der sechs menschlichen Stimmlagen. Verdi war es schließlich, der sich diesen Stimmton auf seine Fahnen schrieb.

Beschlossen wurde das Sinfoniekonzert mit Beethovens fünfter Sinfonie op. 67. Prägnant und forsch setzte das Orchester unter Mildners Leitung mit dem bekannten „Schicksalsmotiv“ ein, woraus sich ein dramatischer Bogen im Kopfsatz, Allegro con brio, entwickelte. Das Andante con moto wurde zum bejahenden Gesang, der die Schatten des Schicksals zu vertreiben sucht. Dazu trugen neben den anfeuernden Trompeten die lyrischen Holzbläser in Verbindung mit den Hörnern bei. Im Scherzo Allegro taucht abermals, jedoch verdeckt, das „Schicksalsmotiv“ auf, das allerdings in einem großen Fugato, beginnend mit den tiefen Streichern, aufgelöst wird. Nahtlos schließt sich der Finalsatz, Allegro, an das Scherzo an, also attacca. Kraftvoll und spannungsgeladen stürmte dieser Satz seinem Ende entgegen.

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