Cloppenburg Da soll noch jemand behaupten, in der Provinz sei nichts los, kulturell schon gar nichts. Derjenige wurde am Sonntagabend mit dem Neujahrskonzert im Cloppenburger Clemens-August-Gymnasium eines besseren belehrt. Inzwischen ist das Neujahrskonzert des Ensembles Klangkunst in der Formation als Salonorchester zur festen kulturellen Größe in Cloppenburg und Umgebung geworden, wobei es sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Als Auftakt ihrer Darbietungen präsentierten die Musiker mit Konzertmeister Arthur Mildner, der auch durchs Programm führte, den Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß Sohn. Mit dieser vollendeten Wiedergabe wurde das Publikum auf ein abwechslungsreiches Konzert eingestimmt. Mitreißend folgte „Salut d’amour“ von Edward Elgar.

Diesmal gab es eine kleine Neuerung hinsichtlich der Besetzung des Salonorchesters. Zum Pianoforte, den beiden Violinen, dem Violoncello und dem Kontrabass hatte sich ein „mechanisches“ Blasinstrument gesellt, nämlich ein Akkordeon, das von Siegmund Mildner, dem Vater des Konzertmeisters, virtuos gespielt wurde. In der Tat war das eine Bereicherung, da der Klang des Akkordeons sich hervorragend mit den mittleren und tiefen Streichern mischt und außerdem eine besondere wandelbare solistische Klangfarbe bereitstellt. Davon konnte sich das Publikum etwa im ausdrucksvoll musizierten Wolgalied von Franz Lehár überzeugen.

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Dem schloss sich ein Potpourri mit Melodien aus der Operette „Maske in blau“ an, wo abermals das Ensemble Klangkunst sowohl im Tutti als auch in den Einzelstimmen zur Freude der Zuhörer brillierte. Als letztes Stück vor der Pause erklang in einer sehr schmissigen Interpretation der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms, womit abermals das Publikum aus der Reserve gelockt wurde.

Den zweiten Teil des Neujahrskonzertes eröffnete das Ensemble mit dem Walzer „Ganz allerliebst“ von Emil Waldteufel. Dem folgte in gleicher Weise das Schwalbenlied von Gustav Kneip.

Um die neue Klangfarbe im Salonorchester, nämlich das Akkordeon, angemessen zu präsentieren, stand der Musette-Walzer „Wenn Mademoiselle dich küsst“ von Hubert Giraud mit dem deutschen Titel von André Hoff auf dem Programm. Hier konnte Siegmund Mildner sein Instrument vorführen. Neben virtuosen Passagen zeigte er die enorme Bandbreite an Ausdruckmöglichkeiten, die das Akkordeon bietet. Dabei begleiteten ihn seine musikalischen Mitstreiter einfühlsam.

Wie im ersten Teil gab es wiederum ein Potpourri, diesmal mit Melodien von Robert Stolz, darunter „Zwei Herzen im Dreiviertel-Takt“ und „Edelweiß“. Wiederum lief das Salonorchester zur Höchstform auf, so dass erneut der Funke aufs Publikum übersprang. Als „Rausschmeißer“ brachte das Ensemble Klangkunst den Czardas von Vittorio Monti dar.

Da die längst in Stimmung geratenen Zuhörer dieses vorzügliche Salonorchester noch nicht ziehen lassen wollten, gab es zwei Zugaben: „Russisch“ von Jo Knümann und „Wien, die Stadt meiner Träume“ von Rudolf Sieczyński.

Wie in den Jahren zuvor präsentierte sich das Ensemble Klangkunst in der Formation als Salonorchester als absolut hochprofessioneller Klangkörper mit urmusikantischen Mitgliedern, die aus der Situation des Augenblicks heraus das Publikum mit Begeisterung anstecken können.

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