FRIESOYTHE Fröhliche Weihnacht überall! Überall, auch für bedürftige Mitmenschen in Friesoythe und Cloppenburg, die auf die Hilfe der dortigen „Tafeln“ angewiesen sind. Das von den Lions-Clubs Cloppenburg und Cloppenburg-Soeste in der Friesoyther Marienkirche zugunsten der Tafelvereine veranstaltete Benefizkonzert mit dem Vokalquartett kleine Siemer jedenfalls war dank voller Kirche ein großer Erfolg.

Selbst aus Oldenburg, dem Ammerland und Raum Leer waren Gäste angereist, um die Darbietung adventlicher A-Cappella-Gesänge durch die Brüder Bernd, Johann, Rudolf und Heinrich kleine Siemer zu hören.

Das Quartett besticht durch einen ganz eigenen Klang. Zwar besetzen Rudolf und Heinrich als 1. und 2. Bass die tiefen Register, dies aber eher nominell. Spätestens die Sprechstimme verrät: In tiefen weiten Kellern ist keiner wirklich zuhause. Nun ließe sich zwar – man kennt das Verfahren von den drei, vier, zehn Tenören – allein durch Führung der Linien der Eindruck von Tiefe erreichen. Dass man sich auf die Kniffe des effektvollen Satzes vorzüglich versteht, beweisen die vielen hauptsächlich von Heinrich klug verfassten Einrichtungen quasi nebenbei.

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Darüber hinaus aber wird fehlende Tiefe durch zusätzliche Höhe ersetzt. Heinrich, der erste Tenor, gibt mit strahlendem Falsett einen veritablen Countertenor, der sich gar auf Alt- und Sopranhöhen empor zu schwingen versteht: eine enorme Leistung, die er mit Bravour (fast) das Konzert hindurch steht.

Die so bewirkte Verschiebung des Lagenspektrums nach oben funktioniert famos, auch deshalb, weil ihr, entgegen allem Erwarteten und Gewohnten, der Reiz des Besonderen innewohnt. Und weil sie gut inszeniert ist: mit weichem, grundtönigem Klang, feiner Artikulation und intelligenter Phrasierung entfaltet sich ein einziger, symbiotischer Atem, fächert sich auf in einzelne Facetten, findet organisch wieder zusammen, una voce, in einer Stimme, und in der leuchten die Höhen. Privileg familiärer Verbundenheit oder nicht: Bisweilen meint man tatsächlich, eine einzige Stimme zu hören, verschmelzen die vier ununterscheidbar.

Das Programm ist gut durchdacht und konsequent. Anspruch schreibt man groß. Fünf Blöcke, durch entrückend schlichte Orgelzwischenspiele (Rebecca Voss) kongenial zusammengehalten, widmen sich Advents- und Weihnachtsmelodien ab dem 15. Jahrhundert. Die Strenge der gregorianischen Gesänge aus dem ersten Teil gewinnt fast programmatischen Charakter. Selbst „Stille Nacht“ als die mit Abstand bekannteste Melodie des Programms wird mit lateinischem Text und in einem Chorsatz mit kunstvoller Spreizung gegeben. „Down to the River“, im Kern ein Gospel, bleibt Kunstlied. Zusammen mit dem hingebungsvoll gehauchten „O Jesulein süß“ gibt es den Vieren willkommene Gelegenheit, die Kunst dynamischer Differenzierung zu zelebrieren.

Langer begeisterter Beifall, im Stehen, und eine Zugabe der besonderen Art: „Weihnachten will es nun werden“, zuerst vom Ensemble vorgeführt, dann als Kanon unter Einbeziehung des Publikums vielstimmig gesungen, aus voller Brust und vollem Herzen.

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