Garrel Namhafte Künstler standen in Garrel schon auf der Bühne: Luke Mockridge etwa, der mittlerweile sogar eine eigene TV-Show hat. Martin Zingsheim, Serhat Dogan, Michael Krebs und viele mehr. Zum elften Mal bereits hatte der Kunst- und Kulturkreis Garrel (KKK) am Freitagabend zur „Garreler Comedy-Night“ eingeladen, früher unter „Comedy bei Klara“ bekannt. Ein „gutes Sprungbrett“ für große Karrieren also, wie Moderator Peter Wendeln meinte. Das Publikum in Garrel jedenfalls konnten Desimo und Manuel Wolff im ausverkauften Saal des Gasthauses „Zum Schäfer“ schonmal überzeugen.

Desimo (Detlef Simon), der Comedy-Magier mit eigenem Club und Fernseh-Erfahrung, brachte die Besucher zunächst in die moralische Zwickmühle. Nachts an der roten Ampel, niemand in Sichtweite: Gehe ich bei Rot oder warte ich auf Grün. Und wie ist die Situation bei Tag, wenn die Mutter mit ihrer Tochter daneben steht? Wo verlaufen die moralischen Grenzen?, fragte Desimo und verschob das auf der Bühne gespannte Absperrband als Symbol der gesellschaftlichen Rechte und Pflichten immer weiter – bis er schließlich mitten hindurch marschierte, wie es sich für einen Magier gehört, augenscheinlich ohne das Band zu durchtrennen.

„Wir kriegen die Suppe, die wir uns eingelöffelt haben, nicht weg“, kommentierte Desimo launig in Richtung „Löffelmagier“ Uri Geller, dessen „Nachfolger“ in der Show „The Next Uri Geller“ vor einigen Jahren gesucht wurde. Kreativ seine Definition von Esoterik: „aus nicht vorhandenen Tatsachen die falschen Schlüsse gezogen bekommen“. Zwei Garreler traten schließlich in einer nicht ganz fairen Spielshow gegeneinander an – sehr zum Amüsement des Publikums.

Manuel Wolff berichtete über seine „leichte Depression“ – „nicht einmal das kann ich richtig“ – und die wenigen Defizite, die das wunderschöne Garrel doch habe. Etwa ein Musical. Das improvisierte er am Keyboard kurzerhand anhand einiger biografischer Daten eines Paares aus dem Publikum. Selbst wenn mal eine Pointe daneben ging, die Besucher hatten ihren Spaß.

Zum Beispiel mit seinen Erfahrungen auf einer London-Reise mit seiner Mutter, deren deutscher Akzent im Englischen für Irritationen sorgt. Den „Eurovision Song Contest“ holt Wolff auch ins Gasthaus und improvisiert aus ihm zugerufenen Wörtern und Sätzen Songs verschiedener Musikgenres von Heavy-Metal über Rap bis hin zum Marsch. Nun können die Karrieren durchstarten.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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