Garrel Alle begann mit Bier und Bockwurst. Die Jungs von Wild at Heart saßen gemütlich in ihrem Proberaum in Brake und spökerten herum. Man könnte ja mal auf Barbados spielen, warf irgendwer in den Raum. Völlig absurd war dieser Vorschlag nicht, denn immerhin stammt Sänger und Gitarrist Jonathan Linton von der Karibikinsel. Doch niemand hätte je im Traum daran gedacht, dass aus einer verrückten Idee Realität werden könnte. Das Ende vom Lied: In wenigen Wochen geht der Flieger Richtung Karibik.

Neben dem in der Gemeinde Jade wohnenden Jonathan Linton gehören zu Wild at Heart der Nordenhamer Bassist Matthias Kasper, der auch bei The Muschels und Lyrical Waves für die tiefen Töne zuständig ist, sowie Stefan Hack aus Garrel an der Leadgitarre und Sascha Schmitz aus Brake am Schlagzeug. Die Band gibt es bereits seit 1990, in der aktuellen Besetzung aber erst seit Anfang 2019. Das war der Zeitpunkt, an dem nach einer Umbesetzung Jonathan Linton zu der Formation stieß.

Der 50-Jährige wurde in England geboren, woher seine Mutter stammt. Als Jonathan Linton sieben Jahre alt war, zog die Familie aber in die Heimat seines Vaters: nach Barbados. Dort wuchs er auf. Später lebte Jonathan Linton in den USA und in Südamerika, ehe er 2006 nach Deutschland kam. Nach Barbados hat er indes noch heute viele Kontakte. Eben die ließ er spielen, als die verrückte, bei Bockwurst und Brot geborene, Idee langsam konkrete Züge annahm.

„Wir haben die Idee einfach immer weitergesponnen“, erzählt Matthias Kasper. Man einigte sich auf einen möglichen Reisetermin. Mehr spaßeshalber fragte alle mal bei ihren Arbeitgebern nach, ob sie da vielleicht Urlaub würden nehmen können. „Inzwischen waren wir längst Feuer und Flamme für die Sache. Und wie durch ein Wunder konnten tatsächlich auch alle für die angedachte Reisezeit Urlaub bekommen“, freut sich Matthias Kasper, bei dem nun langsam die Spannung steigt.

Bei Stefan Hack, der im Hauptberuf zweiter Oberschulkonrektor der Oberschule Garrel ist, ist die Vorfreude schon groß. Gedanken macht er sich allerdings wegen des Coronavirus. Bislang geht Hack fest davon aus, dass die Reise stattfinden kann. „Die Tour-Shirts haben wir schließlich schon bedruckt“, sagt Hack mit einem Lachen.

Instrumente müssen die Musiker nicht mitnehmen. „Die bekommen wir auf Barbados gestellt“, sagt Stefan Hack. Auch das ist den Kontakten von Jonathan Linton zu verdanken.

Am 3. April werden Wild at Heart zunächst von Bremen nach Frankfurt fliegen. Hack wird gemeinsam mit seiner Frau Doris sowie dem Sänger schon einige Tage vorher aufbrechen. Dann geht es nonstop nach Bridgetown, der an der Südwestküste gelegenen Hauptstadt von Barbados. Von dort ist eine halbe Stunde Autofahrt nach Fitts Village, wo die Musiker und ihre Frauen in zwei Ferienhäusern direkt am Strand untergebracht sein werden.

Das Highlight der Reise wird das Open-Air-Konzert sein, das Wild at Heat gemeinsam mit Rock-It 27, einer auf Barbados beheimateten Band, auf einer Rennbahn geben werden. Geplant ist auch ein Unplugged-Konzert am Strand, berichtet Stefan Hack, der insgesamt zehn Tage auf Barbados sein wird. Vor der Tour wird noch zweimal geprobt.

Und was ist die Erwartung? „Wir wollen einfach eine tolle Zeit haben“, sagt Matthias Kasper. Das dürfte bei einem direkt am Strand liegenden Ferienhaus und bis zu 30 Grad, die im April auf Barbados üblich sind, nicht allzu schwerfallen. Und welche Band aus der norddeutschen Tiefebene kann schon von sich behaupten, mal auf Barbados gespielt zu haben?

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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