Garrel Am Montag schließen Garrels Schwestern ein letztes Mal die Tür zum Canisius-Haus ab: Nach 87 Jahren wird der Konvent der Franziskanerinnen in Garrel aufgelöst. Das Alter der Schwestern und der fehlende Nachwuchs im Orden machen diesen Schritt notwendig. Schwester Edgardia geht in eine Einrichtung des Ordens nach Nordwalde, Schwester Ermenburg übernimmt eine Aufgabe im Mutterhaus in Münster. Schwester Barbara, die nominell zum Garreler Konvent gehört, bleibt in Oldenburg. Hier ist sie als Krankenhausseelsorgerin im Pius-Hospital tätig.

Ein Blick zurück: Im Jahr 1927 gab es den ersten Versuch, ein Schwesternhaus in Garrel zu bauen. Gebaut wurde drei Jahre später, 1931 kamen die ersten beiden Schwestern. Die ersten Aufgaben: Bekämpfung der Lungentuberkulose mit einem Licht- und Luftbad, die ambulante Versorgung und eine Nähschule. Die Franziskanerinnen waren immer ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung der Bevölkerung und später der Kindererziehung. Die Angehörigen nahmen die Dienste der Schwestern gern in Anspruch, wenn zu Hause jemand gepflegt werden musste und wenn ein Mensch im Sterben lag. Neben der Hilfe zu Hause wurden Verletzungen und Wunden ambulant versorgt.

Nach Ende des Krieges wurde ein Kindergarten eingerichtet. Die Leitung lag zunächst bei Erzieherinnen, ehe diese später eine Ordensschwester übernahm. Letzte Leiterin war Schwester Margret, die diese Aufgabe 1997 aus Altersgründen abgeben musste. Der erste Standort des Schwesternhauses war das heutige Vereinsheim des BV Garrel an der Schulstraße, dann an der Pfarrer-Landgraf-Straße und seit 2016 an der Kirchstraße, direkt neben dem Pfarrhaus.

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Schwester Edgardia (83) ist seit 40 Jahren in Garrel. Sie versorgte für die Sozialstation Garrel-Bösel Kranke und Pflegebedürftige. Sterbende betreute sie, betete am Bett der Verstorbenen und half bei der Aufbahrung. Bis zuletzt nahm sie noch Aufgaben wahr. Eine Petition, die Schwester Edgardia den Lebensabend in Garrel ermöglichen sollte und die von über 600 Garrelern unterschrieben wurde, musste von der Ordensleitung abgelehnt werden. Die beliebte Schwester geht nach Nordwalde. Hier unterhalten die Franziskanerinnen ein Altersheim, Schwester Edgardia will sich in der Betreuung einbringen. Schwester Ermenburg ist seit drei Jahren in Garrel. Ihre Aufgabe war die Betreuung der Seniorengruppen. Oft war sie im Elisabethhaus, Garrels Altenheim. Sie geht zurück in das Mutterhaus Sankt Mauritz in Münster. Hier will sie unter anderem in einem Hospiz helfen.

Die Schwestern werden am kommenden Sonntag, 11. November, in einem feierlichen Hochamt ab 10.45 Uhr in der Pfarrkirche verabschiedet. Anschließend können alle sich in der Mensa der Oberschule persönlich verabschieden. Am Montag werden die Schwestern ein letztes Mal an der Eucharistiefeier in der Pfarrkirche teilnehmen, ehe sie nach Nordwalde und Münster aufbrechen.

„Die Schwestern haben äußerst segensreich gewirkt in der Kindererziehung und sind den Kranken Tag und Nacht helfend zur Seite gestanden“, lobte der frühere Pfarrer Alfons Diekmann anlässlich eines Jubiläums. „Ohne ihren selbstlosen Einsatz hätten viele kranke und alte Menschen nicht zu Hause betreut werden können. Man möchte sie nicht wieder missen.“ Der Wunsch des Pfarrers findet jetzt sein Ende.

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