Friesoythe Es klingt alles andere als einfach. Eine Gruppe erarbeitet in sieben Tagen ein Theaterstück und führt es am Ende der Woche vor Publikum auf. Doch es funktioniert, wie Tanja Witte aus Altenoythe weiß. Die 26-Jährige führt in dieser Woche ein Theaterexperiment unter dem Namen Thea(r)tercamp durch – wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, in Kooperation mit der Theatergruppe „TheARTer“, der Tanja Witte auch angehört. Aufgeführt wird das Stück zweimal am kommenden Sonntag, 28. Juli (siehe Infobox).

Zusammen mit Merle Themann aus Altenoythe, Lill Themann aus Altenoythe und Carina Kunert aus Bösel (alle von „TheARTer“) sowie mit Marcel Wulf aus Gehlenberg, der sonst mit „Eigen:Regie“ auf der Bühne steht, erarbeitet Tanja Witte seit Sonntag ein Stück, in dem es um den Sinn des Lebens geht. Das Stück heißt „Das Café der Fragen“ und basiert auf „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky.

Aufführung

Das Thea(r)tercamp führt am kommenden Sonntag, 28. Juli, um 15.30 und um 19 Uhr das Theaterstück „Das Café der Fragen“ auf. Die Aufführungen dauern jeweils etwa 30 bis 40 Minuten. Zu sehen ist das Stück im Raum 238 des Albertus-Magnus-Gymnasiums Friesoythe am Hansaplatz 11. Der Raum befindet sich im zweiten Stock, es gibt aber auch einen Fahrstuhl.

Der Eintritt kostet drei Euro. Passend zum Café-Motto wird es eine Kuchentheke mit selbst gebackenen Kuchen geben.

„Die Teilnehmer sind alle berufstätig. Darum treffen wir uns jeden Abend von 19.30 bis 21.30 Uhr im AMG“, sagt die Altenoytherin. Am Sonntag fand das erste Treffen statt. „Ich hatte das grobe Stück fertig, von dem wir dann drei Viertel am Sonntag erarbeitet haben. Am Montag haben wir dann mit den Proben angefangen“, sagt Tanja Witte. „Und das bei den Temperaturen derzeit. Ich bin begeistert“, fügt sie hinzu und lacht.

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Und warum gerade „Das Café am Rande der Welt“? „Die Art und Weise, wie das Buch geschrieben ist, ist interessant“, sagt sie. Hinzu komme, dass es nicht so schwer geschrieben sei. In dem Buch geht es um Werbemanager John, der es immer eilig hat, und eine kurze Rast in einem Café einlegen möchte. Doch dann sieht er sich mit dem Sinn des Lebens konfrontiert und muss über diesen nachdenken. Hilfe bekommt er dabei vom Koch, einer Bedienung und einem Gast. Tanja Witte: „Der Leser kann genau nachvollziehen, wann John was denkt.“ Und so soll es auch den Zuschauern ergehen.

So wollen die Laiendarsteller die inneren Monologe und Fragen im Kopf der Figuren nach außen hin deutlich machen. Aber es gibt auch Szenen, wo sie sich selbst spielen und ihre Gedanken preisgeben. „Der Zuschauer bekommt über unsere Meinungen einen Zugang zur Thematik“, sagt Tanja Witte. „Es ist auch kein klassisches Theater, bei dem jeder eine Rolle hat. Jeder von uns ist mal John, mal er selbst oder zum Beispiel die Bedienung.“ Die Zuschauer dürfen sich also auf ein interessantes Stück freuen.

Doch die Altenoytherin, die ein Theatermensch durch und durch ist, möchte das Projekt weiterführen und ein Theatercamp künftig für Kinder und Jugendliche anbieten. Denn mit dieser Zielgruppe hat die Germanistik- und Theaterpädagogikstudentin schon Erfahrung. Sie hat drei Jahre lang eine Theater-AG für Fünft- und Sechstklässler am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) in Friesoythe geleitet und gibt auf Festivals Workshops. Zudem ist die 26-Jährige ehrenamtlich beim Jugendamt Braunschweig tätig. Unter dem Motto „Ferien, die schlauer machen“ fährt sie – in diesem Jahr zum dritten Mal – mit Kindern für zwölf Tage in den Harz und gibt ihnen Deutsch- und Theaterunterricht. Am Ende führen die Kinder dann ein Stück auf.

„Das ist in etwa das, was ich hier auch machen möchte“, sagt Tanja Witte. Gerne würde sie das Camp bereits im nächsten Sommer anbieten, vielleicht im Rahmen des Ferienpasses über zehn Tage in einer Jugendherberge. Doch wie genau das finanziert werden und ablaufen kann, ist noch nicht geklärt. Fest steht allerdings: „Das Theater-Camp ist mein Traum“, sagt Tanja Witte.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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