Friesoythe /Scharrel /Barßel Die Begleitung des Hospizdienstes war eine „kurze, intensive“ Begleitung. So erzählt es Anni Schubert, die ehrenamtlich beim Hospizdienst Friesoythe tätig ist. Am 1. März dieses Jahres wurde sie gerufen, am Tag, als die Ehefrau von Alfons Hinrichs gestorben ist.

Im Juni vergangenen Jahres wurde Gisela Hinrichs an der Bauchspeicheldrüse operiert. „Die Operation hat sie super überstanden“, erzählt Alfons Hinrichs. Schnell durfte sie wieder nach Hause, vorsichtshalber wurde eine Chemotherapie angeordnet. Doch bereits nach kurzer Zeit stand fest, dass der Krebs sich ausgebreitet hatte und ihre Leber von Metastasen befallen worden war.

In der nun folgenden Zeit hatte Alfons Hinrichs stets Kontakt mit Martina Kramer, Koordinatorin des Hospizdienstes Barßel. Die beiden verstehen sich gut, so mancher Witz wird ausgetauscht. Zustande gekommen war der Kontakt durch die Saterländer Tagespflege. Martina Park und ihr Team haben das Ehepaar während der Krankheit begleitet. Sie haben auch von der Arbeit des Hospizdienstes der Malteser erzählt, dessen Hilfe Alfons Hinrichs gerne in Anspruch genommen hat.

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Er erzählt weiter, von den letzten Monaten im Leben seiner Ehefrau. Manchmal stockt der Redefluss kurz, bevor er weitersprechen kann.

Eine Zeit lang kämpft Gisela Hinrichs gegen die Krankheit, sie bekommt abermals eine Chemotherapie. Ein paar Monate ist sie relativ stabil, „aber dann ist es schlechter geworden“, erzählt Martina Kramer für Alfons Hinrichs weiter. Im Februar hatte Gisela Hinrichs die letzte Chemotherapiesitzung. Noch am Mittwoch, am 28. Februar, „war sie gut zufrieden“, sagt Martina Kramer. Doch am nächsten Tag wird schon morgens absehbar, dass es ihr sehr schlecht geht.

Hospiz- und Pflegedienst kooperieren

Der Hospizdienst der Malteser Friesoythe wurde 2001 gegründet. Rund 40 Ehrenamtliche begleiten schwerkranke und sterbende Menschen zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Auch für die Angehörigen sind sie da. Die Arbeit ist nicht konfessionsgebunden.

Im Juli haben der Hospizdienst und der Pflegedienst Saterland in Ramsloh einen Kooperationsvertrag geschlossen. Bereits vorher haben die beiden Dienste eng zusammengearbeitet.

Martina Park und ihr Team vom Pflegedienst informieren über die Arbeit des Hospizdienstes und stellen, falls gewünscht, auch den Kontakt her.

Die ehrenamtlichen Begleiter geben den sterbenden Menschen und ihren Angehörigen Sicherheit, schaffen Vertrauen, hören zu oder sind einfach da. Sie können zeitnah gerufen werden.

Auch nach dem Abschlussgespräch werden Angehörige nicht allein gelassen. Die Malteser bieten Einzelgespräche und feste Trauergruppen, aber auch das Trauercafé.

Die Malteser in Friesoythe erreichen Sie unter Telefon  04491/940612.

An dem Tag kommt Anni Schubert. Alle Kinder und Enkelkinder des Ehepaares sind da, um Abschied zu nehmen und Gisela Hinrichs zu begleiten. Anni Schubert kümmert sich viel um die Enkelkinder, spielt mit ihnen, redet mit ihnen oder ist einfach nur da, auch für die Erwachsenen. Bis zum Ende ist jemand vom Hospizdienst dabei und versorgt schließlich auch die Verstorbene.

„Man braucht einen Menschen, der einen begleitet“, sagt Alfons Hinrichs. Er ist froh und dankbar, dass der Hospizdienst ihn in diesen Stunden und auch in den Monaten zuvor unterstützt hat.

Noch vor einigen Jahren wäre Gisela Hinrichs in dieser Situation wohl ins Krankenhaus gekommen, so Martina Kramer. „Das sollte sie auch, aber das wollte ich nicht“, sagt Alfons Hinrichs. Seine Frau sollte zuhause sterben dürfen.

Der Arbeit von Palliativ-, Pflege- und Hospizdiensten sei zu verdanken, dass dies immer häufiger kein Problem ist. Und auch der Arbeit der Ehrenamtlichen, so Gerda Spieker, leitende Koordinatorin des Hospizdienstes der Malteser Friesoythe. Es gebe immer jemanden, der Zeit hat. Jemanden, wie Anni Schubert, für die Zeit keine Rolle spielt, wenn sie jemanden begleitet. „Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein“, weiß sie. Mit manchen führt sie noch heute Gespräche, trifft sich zum Kaffee oder telefoniert nur kurz.

In jeder Begleitung gibt es irgendwann ein Abschlussgespräch. Alles wird noch einmal durchgesprochen. Und in dem Gespräch wird auf die weiteren Angebote hingewiesen, wie das Trauercafé der Malteser oder auch die Trauerbegleitung, so Gerda Spieker. „Wir lassen niemanden allein.“

Auch Alfons Hinrichs hat an diesem Tag das Abschlussgespräch mit Anni Schubert. Er ist froh über die Begleitung und froh darüber „dass ich auch jetzt noch unterstützt werde“.

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Manuela Wolbers Redakteurin / Online-Redaktion Ostfriesland
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