Cloppenburg Einen Blick auf Polen zwischen Tradition und Moderne hat die Ramsloher Fotografin Doris Waskönig bei ihren drei Studienreisen in das östliche Nachbarland geworfen. Die dort entstandenen Impressionen von Land und Leuten sind bis zum 11. Juli im Foyer des Cloppenburger Kreishauses zu sehen.

Bei der Ausstellungseröffnung „Polen – Ein unbekannter Nachbar?“ am Dienstagabend waren auch 14 Schüler aus der Nähe von Kattowitz anwesend, die zurzeit als Austauschschüler die Marienhauptschule in Cloppenburg besuchen. Der europäische Jugendaustausch sei eine hervorragende Möglichkeit für junge Menschen, um Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu schließen, betonte Waskönig, die sich sehr freute, die polnischen Schülerinnen und Schüler bei ihrer Ausstellungeröffnung zu begrüßen.

Mit Menschen sprechen

Die stellvertretende Landrätin Marlies Hukelmann (CDU/Löningen) hob vor zahlreichen Besuchern die Vielfältigkeit und den Facettenreichtum der ausgestellten Fotografien hervor. Der Oldenburger Historiker Dr. Tobias Weger vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa erinnerte an die bewegte deutsch-polnische Geschichte und berichtete auch über ganz persönliche Erinnerungen an seine Reisen nach Polen. Er lud alle Anwesenden ein, das Nachbarland einmal selbst zu besuchen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

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Gastfreundliche Polen

Doris Waskönig erinnerte in ihrer Begrüßungsansprache an die Gastfreundschaft und Offenheit der polnischen Bevölkerung. Dadurch sei es ihr möglich gewesen, sehr private Bilder von Menschen in Alltagssituationen, bei kirchlichen Prozessionen oder auch in stiller Andacht zu machen, die die Fotografin in großformatigen und farbenfrohen Bildern den Besucher in ihrer Ausstellung präsentiert. Auf den Fotos stehen immer die Menschen im Vordergrund.

Alltägliche Situationen

Mit sicherem Blick für die Situation hält Doris Waskönig Menschen in ganz alltäglichen Situationen fest. So sieht der Besucher Frauen bei einem kleinen Plausch auf dem Marktplatz, Bäuerinnen in ihren traditionellen Trachten, einen Großvater, der mit seiner Enkelin zur Erstkommunion geht, aber auch den Postboten bei seiner alltäglichen Arbeit sowie Porträts vom Servicepersonal eines Breslauer Cafés.

Ein Höhepunkt war für die weit gereiste Fotografin das Treffen mit dem Mitbegründer der Gewerkschaft „Solidarnosc“, Nobelpreisträger und ehemaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Walesa, der sie in seinem Büro empfing und ihr ein Buch als Geschenk überreichte.

Die musikalische Gestaltung des Abends übernahm der Enkel der Fotografin, Emil Waskönig, auf der Violine. Der 13-Jährige erntete für sein einfühlsames Spiel viel Applaus.

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