SCHARREL Das Leben, die Kultur, die Sitten und das Brauchtum der Saterfriesen haben es ihr angetan und sind ihr Leben: Die Rede ist von Helene Stolle, den Scharrelern und Saterfriesen jedoch besser als „Lenchen“ Stolle bekannt. Eine echte Saterfriesin, die sich seit Jahrzehnten bereits für das Saterfriesische engagiert.

Laden übernommen

Im Dezember 1956 übernahm sie als älteste Tochter das von ihrem Vater nach dem ersten Weltkrieg gegründete Geschäft. Hatten ihre Eltern einst mit dem Verkauf von Fahrrädern, Radios, Haushalts- und Eisenwaren begonnen, führte sie es gemeinsam mit Ehemann Josef als Gemischtwarenladen fort.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Schon als Kind hatte Lenchen Stolle eine Sammelleidenschaft für vielerlei Dinge, auch interessierte sie sich für Fotos mit Saterländer Trachten. Deshalb sammelte sie dann auch alte Fotografien, Kleider, Schürzen, Stoffe und sonstige Kleidungsstücke.

Angeregt durch ihren Chef, der sich für die saterfriesische Sprache interessierte, besuchte sie das staatliche Museum in Oldenburg, wo eine Saterländer Tracht ausgestellt war. Hier entstand bei ihr die Idee, eine ähnliche Tracht nachzuarbeiten. Die Idee setzte sie in die Tat um und erstellte 1975 eine Tracht für verheiratete Frauen und mehrere Mädchentrachten. Auf ihr Bemühen gründete sich später auch die Trachtengruppe „Seelter Dons- un Drachtenkoppel“.

Auch ihre Kinder Bernadette und Bernd begeisterte Lenchen Stolle für das Saterfriesische. So gründete Bernadette mit Unterstützung ihrer Mutter eine Kindertanzgruppe, die Seelter Dons-Stierne, Die Jungen und Mädchen traten damals bereits in einheitlichen roten Röckchen und weißen T-Shirts mit Saterland Wappen, das Lenchen Stolle aus dem Gemeindewappen entwickelt hatte, auf.

Aber nicht nur diese beiden Tanzgruppen, verdanken ihre Gründung der Saterfriesin Lenchen Stolle, sondern auch vielen weiteren unvergessenen saterfriesischen Dingen hat sie zu Ruhm und Ehre verholfen. Viele Saterfriesen sind sicher auch die von Lenchen Stolle herausgegeben Autoaufkleber mit dem Wappen, die T-Shirts mit dem Wappen von Karl dem Großen, die saterfriesischen Bücher, Aschenbecher und sonstigen Souvenirs aus dem Saterland in Erinnerung.

Schnaps zum Fest

Zum Dorffest 1978 präsentierte die Scharrelerin das „Seelter Ai Water“, einen Schnaps, auf dessen Etikett der Text des Saterliedes abgedruckt war. Später kredenzte Lenchen Stolle noch den „Krätseldobbes Wäit“, einen saterfriesischen Sekt. Auch das Fernsehen hat bereits das Wirken der Saterfriesin gefilmt.

Wert legt sie darauf, die saterfriesische Sprache zu pflegen. So wurden die Kunden in ihrem Gemischwarenladen, den sie 2005 aufgeben musste, auf Seeltersk bedient. Nicht zu vergessen, dass die Saterfriesin zu den Gründungsmitgliedern des Seelter Buund zählt, dem sie als Beisitzerin noch heute angehört.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.