Cloppenburg Beim Kranzaufhängen für die nun 50 Jahre alte St. Josef Kirche am Freitag ging schief, was nur schief gehen konnte. Die evangelisch-lutherische Gemeinde hatte versprochen, zum 50. Jubiläum einen Kranz vorbeizubringen und damit das Festwochenende einzuläuten. Denn gefeiert wurde auch die Eröffnung der neuen Jugendkirche.

Es konnte losgehen. Der Platz vor der Kirche war fertig. Die Pommesbude und der Bierwagen waren bereit, die Kirche illuminiert, die Feuerkörbe verströmten eine wohlige Wärme. Doch dann? Zuerst kam der Kranz zu spät. Und zur großen Enttäuschung der gespannt wartenden Zuschauer wies er nur acht statt der erhofften 80 Meter Länge auf. Auch das Aufhängen ging völlig schief, die Kranzgruppe ließ ihre Unkenntnis über diesen Brauch deutlich werden. Nicht nur, dass sie die falsche Tür wählten und dann die Haken nicht fanden, nein, die ersten Papierblumen hatten auch die falschen Farben. Völlig vertan hatte sich die Gruppe um Karin Rudolph mit dem Jubiläum. Statt zum 50. wies ihr Schild auf das 51. Jubiläum hin. Die wohl 150 Zuschauer hatten ihren Spaß an der missglückten Aktion, die nach eingehender Begutachtung der katholischen Experten und Bewirtung doch noch einen guten Ausklang nahm.

Das 50-jährige Jubiläum ist keinesfalls mit Stillstand verbunden. Ganz im Gegenteil: Die St. Josef Kirche ist jetzt die erste Jugendkirche im Offizialatsbezirk Oldenburg. 350 000 Euro standen für die Umbaumaßnahmen zur Verfügung. Zwei Drittel dieser Summe hatte der Kirchensteuerrat des Offizialatsbezirks als Zuschuss bewilligt, den Rest muss die Kirchengemeinde St. Andreas aufbringen.

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Am Samstag fanden in der Kirche Aktionen statt. Schon am Vorabend hatte das Programm in der Kirche begonnen, und rund 25 Jugendliche übernachteten hier mit Kaplan Michael Bohne. Der Tag schloss mit einem Jugendgottesdienst und einem Konzert der Cloppenburger Indie-Rockband „Nimmer“.

Auffälligstes Element der neuen Jugendkirche sind 400 neue Stühle. Von den alten Bänken sind nur wenige in der Kirche verblieben. Der Umbau besteht vor allem im Einbau neuer Technik. Eine neue Lautsprecheranlage, die Konzerthallenatmosphäre erzeugt, ein Beamer und eine Laseranlage mit 17 Strahlern zum Beispiel.

Die Jugendlichen kamen in die Kirche – staunend, strahlend, lachend, begeistert. „Cool“ und „super“ war immer wieder zu hören. Draußen gab es Getränke und Stockbrot am offenen Feuer, drinnen eine große Traverse zum Klettern, eine Chill-Out Lounge, einen Escape-Room in der Sakristei, einen Raum der Stille in der alten Taufkapelle, Spieleaktionen, Filme und Musik. Auch viele Erwachsene wollten sehen, wie sich ihre Kirche verändert hatte. „Früher wäre so was undenkbar gewesen, aber ich finde es toll“, gaben die meisten zu. „Das gefällt uns auch“.

Die Jugendkirche soll allen Jugendgruppen offenstehen, erzählte Schulseelsorger Manfred Quatmann, nicht nur kirchlichen Gruppen und Verbände, sondern auch Schulen. Jeden Monat sind mehrere Veranstaltungen geplant – Liturgie, Theater, Konzerte oder Filme. „Ich finde es klasse, dass die Kirchengemeinde St. Andreas ihre Jugendlichen nicht in Kellerräume verbannt, sondern eine komplette Kirche dafür herrichtet“, zollte Stefan Honsel, Mitarbeiter der Jugendseelsorge des Bischöflich Münsterschen Offizialats, den Verantwortlichen in Cloppenburg seinen Respekt.

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