Cloppenburg Es war nur eine Nuance der Lautstärke des Beifalls und des Trampelns, die Janina Mau zum Sieg des Poetry Slams zum Jubiläum 100 Jahre Frauenwahlrecht führte. Nach drei frei vorgetragenen Beiträgen kürte zunächst eine Publikumsjury, dann die meist weiblichen Gäste im ausverkauften Kulturbahnhof sie zur Gewinnerin. Knapp geschlagen war Rita Appel aus Bremen, die ebenfalls große Sympathien auf sich vereinigen konnte.

Bevor der „Dichterinnenstreit“ Fahrt aufnahm, begrüßten VHS-Direktorin Katrin Würdemann und die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Christina Neumann sichtlich begeistert die 150 Gäste. Beide betonten in ihrer Anmoderation, dass auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts immer noch Handlungsbedarf bestünde, was unter anderem die Unterrepräsentanz der Frauen in Parlamenten zeige.

Das Quartett der Bühnenpoetinnen komplettierten Insa Kohler und Jesse James LaFleur. Alle vier trugen zunächst passend zur Thematik „100 Jahre Frauenwahlrecht“ ihre selbstverfassten Texte vor, im anschließenden Block war das Thema frei wählbar. Mit Schwung, locker, kurzweilig und professionell führte Annika Blanke, selbst Poetry- Slammerin, durchs Programm.

Es gab viel zu lachen fürs Publikum, aber es wurde auch teilweise mucksmäuschenstill im Saal, wenn es um sehr nachdenkliche und berührende Texte ging, etwa um die Beschneidung der Frauen, in einem Beitrag von Janina Mau. Insa Kohler beispielsweise machte sich über ihre „neue Freundin“ bestehend aus 154 Seiten lustig. „Einen Stift gäbe es für Frauen nicht nur fürs Abdecken, sondern zum Aufdecken“, gab sie unter Beifall zum Besten. Das Thema Zeitschriften griff auch Rita Appel auf, die in einem Friseursalon, sehr zur Verwunderung der Friseurin, unbedingt eine politische Zeitschrift, ja auch sogar eine Motorradzeitung zum Lesen verlangte.

Jesse James LaFleur trug mit schauspielerischen Fähigkeiten, ihre „Ode an die Frau“ vor. „Ich sehe hier in Cloppenburg auch Kämpferinnen“, feuerte sie das Publikum an.

Janina Mau, die das Publikum vorweg vor unflätigen Bemerkungen warnte, brillierte teils mit gefühlvollen und teils mit knallharten Inhalten. „Gleich ist gültig“ hieß ihr Beitrag zum Thema, in dem sie zu einem gegenseitigen Respekt der Geschlechter aufrief.

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