Cloppenburg „Schön, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, um hierher zu kommen“, bedankte sich der Bischof des Bistums Münster, Dr. Felix Genn, bei knapp 200 Jugendlichen in der St.-Josef-Kirche. Die Jugendkirche „Update“ um Kaplan Michael Bohne hatte zu dem Wortgottesdienst mit dem Bischof eingeladen.

Thematisch ging es mit „Fridays für Future“ und das Staunen über die Schönheit der Natur um ein hochaktuelles Thema. Den Firmlingen aus Cappeln, Lastrup, Lohne, Emstek, Neuenkirchen, Vechta und Cloppenburg, die mit ihren Katecheten gekommen waren, legte Genn ans Herz, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Die Klimademonstrationen am Freitag hätten ihn schwer beeindruckt, sagte der Bischof den Jugendlichen. Er stamme von einem Bauernhof und sollte eigentlich Bauer werden. Damit habe er als junger Mann aber nichts anfangen können. Erst später habe er einen Bezug zur Schönheit der Natur entwickelt, gab er zu. Die falle ihm auch immer auf, wenn er ins Oldenburger Land komme. Dazu scheine tatsächlich jedes Mal die Sonne, wenn er komme. „Wie macht Ihr das eigentlich?“, fragte er schmunzelnd.

Er beschrieb anschaulich, wie ihn die Schönheit der Natur inzwischen fasziniere. Die Vögel, Bienen und Ameisen und die vielfältige Flora. Staunen musste er vor einiger Zeit auch bei einem Besuch im Münsteraner Planetarium. Angesichts der vielen Planeten und Sterne könne er sich nicht vorstellen, dass sie nur durch einen Urknall bewegt würden. „Da muss auch ein großer Geist dahinterstehen.“

„Bewahrt Euch für immer die Sensibilität für das Wundervolle der Schöpfung. Sonst hat die Klimademo ja keinen Sinn“, bat Genn die jungen Leute. Die Brände im Amazonasgebiet, der Klimawandel, das Plastik in den Weltmeeren – „das müssen wir kritisch sehen“, sagte er. Nur zu demonstrieren reiche da nicht mehr aus. Die Politiker bräuchten viele Impulse, um zu ihren Entscheidungen zu kommen. Das Leugnen des Klimawandels sei für ihn ein Irrsinn.

„Die jungen Menschen erinnern uns daran, dass die Erde kein Gut ist, das man verschleudern kann, sondern ein Erbe, das weiterzugeben ist. Sie erinnern daran, dass die Hoffnung auf das Morgen nicht ein schönes Gefühl ist, sondern eine Aufgabe, die heute konkrete Handlungen erfordert. Ihnen schulden wir echte Antworten, nicht leere Worte: Fakten und keine Illusionen“, zitierte Genn Papst Franziskus aus seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September. „Macht Euch die Erde untertan bedeutet nicht, sie zu unterwerfen und auszubeuten, sondern sie zu hegen und zu pflegen“, stellte Genn daher klar.

Im Anschluss an den Wortgottesdienst traf sich der Bischof vor der Kirche mit den Jugendlichen bei Würstchen und Getränken zum Gespräch.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.