Cloppenburg 70788 – Es sind fünf Ziffern, die Dagmar Lieblová, geborene Fantlová, seit September 1943 unter der Haut trägt. Mit den Jahren verblasst die Tinte einer solchen Tätowierung, doch die Erinnerung, wofür sie steht, wohl nie. Lieblová ist ein „Kind von Auschwitz“. Sie wurde aus dem tschechischen Kutná Hora von Theresienstadt nach Auschwitz verschleppt und erlebte eine Kindheit, in der der Tod immer präsent und nie natürlich war.

Alwin Meyer hat über Jahrzehnte nach den Kindern von Auschwitz gesucht und mit vielen von ihnen gesprochen. Viele der Zeitzeugen erzählten dem Cloppenburger zum ersten Mal vom Leben im Lager, von ihrer Kindheit. Mindestens 232 000 Säuglinge, Kinder und Jugendliche im Alter von ein bis 17 Jahren wurden nach Auschwitz verschleppt. Der Cloppenburger Autor gibt den Zahlen Namen und arbeitet ihre Geschichte auf.

Meyer besuchte 1972 als junger Mann mit einer Jugendgruppe aus Frankfurt/Main das ehemalige KZ. Dort begegnete er dem früheren Häftling Thaddäus Szymanski, der ihm Kontakte zu drei Auschwitz-Kindern vermitteln konnte, die das Grauen überlebt hatten. Ab 1976 recherchierte er weltweit und fand mehr als 70 Zeitzeugen.

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Die Geschichte von Lieblová und anderen schildert der Cloppenburger Autor, Ausstellungs- und Filmemacher ab Sonntag, 17. September, in einer neuen Fassung seiner Ausstellung „Die Kinder von Auschwitz“ in der Katholischen Akademie Stapelfeld. Texte und Fotos geben das wider, was 26 Menschen Meyer anvertrauten. Zur Eröffnung werden auch die Zeitzeugen Lieblová (88) und der 91-jährige Jack Mandelbaum (USA) nach Cloppenburg kommen.

Janek Mandelbaum wurde im Mai 1945 in einem Außenlager von Groß Rosen in Dörnhau (Kolce) befreit. 1946 ging er in die USA. In New York bekam er eine Fahrkarte, fünf Dollar und schon war Janek auf dem Weg nach Kansas City. Er änderte seinen Namen in Jack.

Er fand eine Anstellung in einem Bekleidungsgroßhandel. 1948 heiratete Mandelbaum seine Frau Shirley und wurde Vater von vier Kindern. „Von meinen Eltern und Geschwistern habe ich nie wieder etwas gehört“, berichtete er dem Cloppenburger Autoren. 1957 kaufte der heute 91-Jährige das Unternehmen mit dem gesparten Geld und einem Darlehen.

Sophie Schwarz Volontärin / NWZ-Redaktion
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