Thüle „Wir machen alles per Hand selber“, sagt Andreas Blömer. Er ist einer von drei Brüdern, die bereits seit 30 Jahren gemeinsam Musik machen. Die Männer aus Thüle, Vechta und Hilkenbrook legen dabei viel Wert auf Livemusik.

1985 hatten sie ihren ersten Auftritt in Hilkenbrook auf dem Feuerwehrfest. „Wir hatten vorher im Musikverein gespielt“, sagt Andreas Blömer. Die Instrumente hätten sie sich mühsam vom Taschengeld erspart. „Jeden Abend ging es zuhause in den Keller zur Probe“, sagt der 43-Jährige aus Thüle. „Die Band ist ganz mühsam aufgebaut worden“, ergänzt Bruder Peter (47). Mit 16 Jahren habe er in der Band angefangen, seine Brüder Stephan mit 17 und Andreas mit 13. Auch der Bandname „Stanpees“ besteht aus den Anfangsbuchstaben der Geschwisternamen.

Auf vieles verzichtet

Als Jugendliche hätten sie auf einiges verzichten müssen, sagen die Brüder. Während die Freunde feiern gingen, hatten sie einen Auftritt. „Auf der anderen Seite hat das Spaß gemacht“, findet Peter Blömer. „Damals gab es auch noch keine CDs“, erinnert sich Andreas Blömer. Die Lieder hätten sie vom Radio abgehört, den Text aufgeschrieben und dann die Akkorde dazu arrangiert. Ihre Lieder spielten sie aus dem Kopf, erzählen die Musiker. „Wir können zwar Noten lesen, aber wir brauchen sie nicht.“

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Stücke von Truck Stop wie „Der wilde, wilde Westen“, „Erna kommt“ von Hugo Egon Balder oder „Samstag Nacht“ von Howard Carpendale spielten sie in den 80ern. „Damals wurden noch mehr Volkslieder auf den Festen gespielt“, sagt Peter Blömer. Inzwischen sind Schlager und Oldies bis hin zu Rock- und Pop-Liedern in ihrem Repertoire. Vor allem Stimmung wollen die drei gebürtigen Hilkenbrooker bei Hochzeiten, Geburtstagen, Dorf- und Familienfesten oder auf Sportler- und Schützenbällen verbreiten. Die Musik baue sich mit dem Publikum auf, werde dynamisch. „Die Emotionen, die das Publikum mitbringt, springen auf uns über“, sagt Andreas Blömer. „Da stehen die Leute auf den Tischen.“ Der Adrenalinspiegel steige auch bei der Band. „Wir brauchen uns im Prinzip nur anschauen, dann weiß der andere, was gespielt werden soll“, sagt der Thüler.

Spontan improvisiert

Die Brüder haben in den 30 Jahren Bandgeschichte schon einiges erlebt. „In Peheim war mal Stromausfall“, erinnert sich Peter Blömer. „Da haben wir unsere Instrumente genommen und angefangen zu spielen“, sagt Andreas. Denn die drei beherrschen neben Keyboard, Bassgitarre und Schlagzeug auch Tuba, Posaune und Trompete. „Ich bin dann in die Küche und habe die Sicherungen wieder reingedrückt“, sagt Peter Blömer – die Instrumente immer noch dabei. „Das ist der Vorteil, wenn man live spielt.“

Die Unterhaltungsmusik habe sich aber in den vergangenen zehn Jahren sehr geändert. Die DJs seien billiger geworden, können auf ein größeres Repertoire zurückgreifen und brauchen nicht üben. „Es hat ein großes Bandsterben gegeben“, sagen die „Blömer Jungs“. „Das hält uns aber nicht davon ab, weiter zu machen.“ Denn: „Für uns ist es einfach nur ein riesen Spaß“, sagt Andreas Blömer.


     www.stanpees.de 
Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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