Bollingen Bereits seit 60 Jahren musiziert der Spielmannszug Bollingen. Dieses langjährige Bestehen soll am kommenden Samstag, 24. November, um 19.30 Uhr mit einem großen Galakonzert im Schützen- und Musikhaus Bollingen gefeiert werden. Heute steht der Spielmannszug auf soliden Füßen. Doch dass aller Anfang schwer war, zeigt die Chronik des Vereins.

Gegründet wurde der Spielmannszug im Jahre 1958. Damit einher ging die Neuformierung der Schützenkameradschaft „Friesenkönig Radbod“ Bollingen-Bibelte. Zu Beginn mussten die Musiker die Kosten für Instrumente und Ausbildung selber übernehmen. „Der Aufbau war hart und schwer, ja fast aussichtslos“ heißt es in der Chronik.

Glück war da der Kontakt durch die Schützen zum Bund der Overledinger Schützen. Denn von der Musikschule Friedeburg konnte dann Musikmeister Johann Schiecke gewonnen werden. Aber auch hier bahnte sich gleich das nächste Problem an.

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Aufgrund der schlechten Verkehrsverbindungen nach Friedeburg und dadurch, dass Schiecke nur ein Motorrad besaß, hatte er eine hohe Fehlquote. „Dieses musikalische Nichtweiterkommen und die große finanzielle Belastung waren dann auch der Grund, dass der Spielmannszug nach knapp einem halben Jahr schon wieder vor der Aufgabe stand“, heißt es in der Chronik. Nur sechs Aktive hätten zur Stange gehalten. Für Außenstehende sei der Spielmannszug bereits gestorben gewesen.

Da kam Wilhelm Kramer ins Spiel. Er führte in Bollingen eine Gastwirtschaft und ein Lebensmittelgeschäft und nahm über einen Lebensmittelgroßhändler Kontakt zum Spielmannszug Cloppenburg auf. Acht von ihnen übernahmen fortan im Wechsel die musikalische Ausbildung in Bollingen. Von da an ging es bergauf. Der Spielmannszug konnte Mitglieder zurückgewinnen, die bereits ausgetreten waren. Neue Mitglieder kamen hinzu. So konnte Manfred Brinkmann zum 1. Dirigenten gewählt werden. Dieses Amt führte er bis 1998 aus.

Den ersten Auftritt gab es 1959 beim Winterfest des örtlichen Schützenvereins. Es folgten immer mehr Auftritte und die Teilnahme an Musikwettstreiten. Seit 1960 gibt es auch einen Jugendspielmannszug und ein Auftritt beim Bundesmusikerfestival 1989 in Trier regte die Idee zur Gründung einer Big-Band im Spielmannszug an. Die alten Flöten wurden 2011 gegen moderne Konzertflöten getauscht und seit 2016 konzentrieren sich die Musiker nur noch auf Konzertmusik.

Für Markus Brinkmann wird das Konzert am Samstag das letzte als Dirigent sein. Gefeiert wird zusammen mit allen Freunden, Förderern sowie allen aktiven Mitgliedern. Dafür haben die Musiker die schönsten Stücke vorbereitet, die in den vergangenen zehn Jahren einstudiert wurden. Durch das Programm führen Natalie Kluth und Hilmar Engel. Für das leibliche Wohl ist gesorgt und im ersten Teil des Konzertes werden Ehrungen langjähriger aktiver Mitglieder vorgenommen.

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Raiffeisenbank in Strücklingen, der Sater-Schänke in Bollingen, sowie den Vorstandsmitgliedern des Vereins für acht Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt. An der Abendkasse kostet der Eintritt zehn Euro.

Und auch noch ein Versprechen hat der Spielmannszug: „Unsere Musik wird auch in den kommenden Jahren nicht leise werden und immer noch die Zuschauer verzaubern.“

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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