Bethen Unter dem Motto „Maria und Mozart“ hat am Sonntag das geistliche Kammerkonzert in der nahezu bis auf den letzten Platz besetzten Bether Wallfahrtsbasilika gestanden. Zu Beginn erklang J. S. Bachs Kantate „Halt im Gedächtnis Jesum Christ“ (BWV 67), die der Komponist für den Sonntag „Quasimodogeniti“, also dem 1. Sonntag nach Ostern, in seinem ersten Amtsjahr als Leipziger Thomaskantor geschrieben hatte.

Schon nach der instrumentalen Einleitung präsentierte sich der Kammerchor an der Basilika unter der Leitung von Christian Kienel mit der notwendigen Ausdruckstiefe, um genau den musikalischen Affekt zu erfassen. Das traf ebenso für die weiteren Chorpassagen in dieser Kantate zu.

Gesangliche Klarheit bestimmte die anschließende Tenor-Arie, ausgeführt von Jonas Finger. Die beiden Secco-Rezitative, gesungen von Ann-Lena Kaschubowski (Alt), waren deklamatorisch präzise abgestimmt. Höhepunkt dieser Bach-Kantate ist zweifelsfrei der sechste Teil, in dem die biblische Szene, wo der auferstandene Jesus den Aposteln erscheint, als Dialog vom Solistenquartett dargestellt wird.

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Max Ehlert (Bass) sowie Sigrid Buschenlange (Sopran), Ann-Lena Kaschubowski (Alt) und Jonas Finger (Tenor) gelangten dabei zu einer gesanglich überzeugenden Interpretation, in der das Dramatische – gemäß der Textausdeutung – nicht fehlte.

Passend zum Sonntag „Jubilate“, also dem 3. Sonntag nach Ostern, folgte die beliebte Motette „Exultate, jubilate“ für Sopran und Orchester KV 165 von W. A. Mozart. Hier brillierte Sigrid Buschenlange, als hätte der Komponist für sie dieses Werk geschrieben. Hervorzuheben ist insbesondere die transparente Darbietung, so dass die stimmlichen Auszierungen erfassbar waren. An dieser Stelle muss ebenso dem Orchester – dem Ensemble Klangkunst unter seinem Konzertmeister Arthur Mildner – große Anerkennung für die adäquate Begleitung von Solisten und Chor ausgesprochen werden.

Abschluss und Höhepunkt zugleich bildete die Wiedergabe der von W. A. Mozart vertonten Lauretanischen Litanei KV 195. Wiederum musizierten das Solistenquartett, der Kammerchor an der Basilika sowie das Ensemble Klangkunst auf hohem Niveau.

In den fünf Abschnitten dieser Komposition hat Mozart geschickt verschiedene Stimmkombinationen zusammengestellt, die in einen wechselseitigen Dialog treten oder einander abwechseln – ganz im Sinne der Textausdeutung. Wie schon in der Mozart-Motette „Exultate, jubilate“ zuvor handelt es sich um jene leichte Tonsprache, jenes Lebensgefühl, was allgemein mit der Epoche des Rokoko verbunden wird. Dennoch lassen sich dort auch besinnliche, ernste und dramatische Momente finden. Das unterstrich die frische Interpretation sämtlicher Ausführenden unter der Leitung von Christian Kienel.

Das Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus. Daraufhin gab es noch eine Zugabe – „Laudate Dominum“ aus den „Vesperae solennes de Confessore“ KV 339 von W. A. Mozart.

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