Bethen Viel zu erzählen über den Wallfahrtsort Bethen hatten Silke Kolbeck-Lawicka, Maria Hermes und Pfarrer Monsignore Dr. Dirk Költgen in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Eine Stunde lang unterhielten sie sich mit Moderatorin Britta von Lucke über die Arbeit im Wallfahrtsort St. Marien. Rund 100 000 Pilger kommen in jedem Jahr.

1448 wurde Bethen erstmals urkundlich erwähnt. Die Marienfigur soll von Landarbeitern beobachtet worden sein, wie sie flussaufwärts schwamm. Die Figur wurde geborgen und sollte transportiert werden, der Wagen fuhr aber an einer Stelle nicht weiter. Die 1,10 Meter hohe Marienfigur wurde also am Ort aufgestellt – und seither kommen Pilger zur Kapelle, so erzählte Monsignore Költgen die Legende nach.

Nach einem Rechtsstreit um die Gaben der Pilger wurde in der Urkunde festgelegt, dass die Ratsmannen zu Bethen das Geld behalten durften, um so die Kapelle zu unterhalten. Viele Menschen kommen heute aus der Region als auch von außerhalb. Eine Motorradwallfahrt zur Segnung der Motorräder vor der Saison sowie eine Pferdewallfahrt können unternommen werden, berichtete Silke Kolbeck-Lawicka. Die Anbetung des Marienbildes gebe vielen Menschen Trost und Kraft, erklärte sie. Frisch-Verliebte wie Neuvermählte kämen ebenfalls gern.

Auch Maria Hermes geht einmal im Jahr auf Pilgerreise in Bethen mit Großeltern und deren Enkeln – durchs Dorf an verschiedene Stationen. Die Beziehung in der Familie wird so vertieft. Als Sieben- oder Achtjährige sei sie erstmals gepilgert und erinnert sich immer gerne daran.

In diesem Jahr wurde das die Gnadenkapellen-Weihung vor 350 Jahren gefeiert – angefangen mit der Maria-Geburts-Prozession. Der Gottesdienst wurde dann traditionell draußen gefeiert. Ein Team hatte das Fest organisiert. Auch Bether Traditionen wurden eingehalten: ein Kranz für die Kirche, Blumen von den Landfrauen. Der Zusammenhalt im Ort sei groß.

Am Tag zuvor wurde schnell noch Unkraut gezupft, erinnerten sich die Gäste lachend. Auch die Jugend hat mitgefeiert: Költgen lud zu einer Graffiti-Aktion mit einem Künstler ein. Eine große Betonwand in der Unterführung nahe der Kirche durfte mit Graffiti gestaltet werden – rund um „St. Maria – Mutter der sieben Schmerzen“, denn so heißt die Wallfahrtskirche. Das kam gut an, freute er sich.

Bethen sei ein besonderer Ort für die Gäste. Aber „wir haben nicht alle einen Heiligenschein“, lachte Silke Kolbeck-Lawicka. Dennoch hält sie das Spirituelle für „ansteckend“ in Bethen.

Maria Hermes leitet einen der drei Chöre in den kleinen Orten. Gemeinsame Konzerte aller Chöre finden alle zwei Jahre statt. Aber auch sonst sei musikalisch viel los, sogar prominente Künstler seien schon bei ihren Konzerten aufgetreten.

Für viele Menschen sei der Wallfahrtsort eine hilfreiche Anlaufstelle und gerade bei besonderem Leid sehr wichtig, bestätigte Költgen. Eine Gruppe habe ihn nun überrascht: Junge Leute zwischen 18 und 24 Jahren kamen, um gemeinsam für einen Freund zu beten, der vom Auto überrollt worden war. Da bewahrheitete sich das Sprichwort vom geteilten Leid, das halbes Leid sei, sagte er. Besonders im Mai, September und Oktober, kämen sehr viele Menschen. Größtes Projekt der Kirchengemeinde ist derweil die neue Orgel, für die seit mittlerweile zwei Jahren eifrig gesammelt werde. In drei Jahren, so hoffen sie, soll das neue Instrument dann beauftragt werden.

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