Barßel Super Läden, klasse Musik, mit Freunden bis in die Nacht feiern. Wenn man an die „gute alte“ Disco-Zeit zurück denkt, legt sich schnell ein kleines Lächeln aufs Gesicht und die gute Laune steigt spürbar an. Das ist bei Uwe Brake aus Barßel nicht anders. Gerne erinnert sich der heute 52-Jährige an die Diskotheken der 1980er und 1990er Jahre. Es war eine echte Boom-Phase im ganzen Oldenburger Land – und der Barßeler war mittendrin.

Obwohl, mittendrin stimmt nicht ganz. Meistens stand er etwas höher auf einem Podest. Denn Uwe Brake war DJ. Er legte in angesagten Läden wie „Na sowas“ in Sedelsberg, „Merlin“ in Augustfehn und „Renaissance“ in Oldenburg auf. Und das mit einer echten Passion: „Es ist etwas Besonderes, DJ zu sein. Wenn es dir gelingt, den Laden durch deine Musik zu prägen, macht es richtig Spaß“, sagt Brake, „wenn die Besucher dann auch noch von deinem Sound begeistert sind, ist das einfach großartig.“

Als alles begann

Es war 1980, Uwe Brake gerade 15 Jahre alt, als seine Disco-Zeit begann. Seine beiden älteren Brüder schleusten ihn damals ins „Charts“ in Harkebrügge. „Das war natürlich total spannend, und der Sound war überragend“, so der Barßeler. Led Zeppelin, Deep Purple, er war infiziert.

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Wenige Jahre später lernte er den „Na sowas“-Besitzer kennen. Da war Brake knapp 20 Jahre alt und die Diskothek in Sedelsberg hatte seit rund einem Jahr geöffnet. Ausgestattet mit den Erfahrungen eines DJs auf Schulpartys und im Jugendheim heuerte der gebürtige Emsländer im „Na sowas“ an. Mit großem Erfolg.

„Musik machen war damals einfacher als heute. Wenn du da 30 LPs hattest, war man ein ganz Großer und galt als Fachmann“, erzählt Brake. Und die Gelegenheit, gute Musik zu hören, war einfach selten. Daher seien die Discos auch so beliebt gewesen.

Fast fünf Jahre stand er in Sedelsberg am Plattenteller. Ja wirklich, zu der Zeit wurden noch Schallplatten auf einen Plattenspieler gelegt. AC/DC, U2, Van Halen, Brian Adams – Rock der 80er hatte es ihm angetan. Eine Lasershow gab es auch schon. Zu der Zeit war das noch eine Seltenheit. Ein DJ hatte also mit Musik und Lichtshow gut zu tun. „Ich war immer hochkonzentriert und voll in meinem Element“, sagt Brake, der mit dem Musikmachen auch Geld verdiente. Er ging zu der Zeit zur Technikerschule und konnte den Nebenjob gut gebrauchen.

Es folgte für ein paar Monate ein Ausflug ins „Renaissance“ in Oldenburg, ehe er Ende der 1980er zum „Merlin“ im ammerländischen Augustfehn wechselte. Dort half er zunächst beim Wiederaufbau mit. Danach sorgte er mit vier weiteren DJ-Kollegen („Wir waren ein tolles Team“) für den richtigen Sound.

Langsam bahnte sich aber ein Generationswechsel an, erinnert sich Brake. Viele der Gäste waren plötzlich zehn Jahre jünger als er, sie standen auf Grunge, „und ihre Musik fand ich damals nicht so gut“. 1994 zog er sich als DJ zurück. Also nur ein paar Jahre, bevor das große Disco-Sterben begann. Seine alten Wirkungsstätten blieben davon nicht verschont. Weder das „Na sowas“, noch das „Merlin“, noch das „Renaissance“ gibt es heute noch.

Tolles Geschenk zum 30.

Losgelassen hat ihn seine Disco-Zeit bis heute nicht. Wie auch, schließlich prägt ihn dieser Lebensabschnitt bis heute. Zwar nicht beruflich, er ist Geschäftsführer eine Firma für Tortechnik, dafür aber umso mehr privat. So hat er seine Frau Christina, mit der er drei Söhne (9, 14, 18 Jahre alt) hat, damals im „Merlin“ kennengelernt. Und Musik spielt für ihn ohnehin eine große Rolle.

Auf Partys legt er zwar bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr auf, dafür aber privat zu Hause. Wenn es die Zeit zulässt, sucht er sich aus seiner großen Plattensammlung eine Scheibe aus. Er legt sie dann aber nicht auf irgendeinen Plattenspieler, sondern auf ein Gerät der Marke Technics. Und dieses Gerät stand damals, wie könnte es anders sein, auf dem DJ-Pult im „Merlin“. Seine Frau und ehemalige Disco-Kollegen hatten ihm diese Erinnerung zu seinem 30. Geburtstag geschenkt. „Vor zwei Jahren habe ich den Plattenspieler wieder in Betrieb genommen“, sagt Brake.

Und was legt er am liebsten auf? Na klar, die Musik aus der „gute, alten“ Disco-Zeit.

Diese Ð -Serie lässt Erinnerungen an ehemals angesagte Discotheken wieder lebendig werden.

Welche zehn Lieder dürfen auf einsamer Insel nicht fehlen?

Uwe Brakes Top-10-Songs: 1. Iron Maiden – Hellowed Be Thy Name 2. Eagles – Hotel California (Hell Frezes Over live) 3. Bon Jovi – Wanted Dead Or Alive 4. Dire Straits – Sultans Of Swing 5. AC/DC – Shoot To Thrill 6. Peter Gabriel – In Your Eyes (Secret World live) 7. Supertramp – Dreamer (live in Paris) 8. Molly Hatched – Dreams I’ll Never See 9. Simple Minds – Belfast Child 10. Guns’n Roses – Sweet Child O’Mine

Uwe Brakes Top-10-Videos: 1. Jon Bon Jovi – Blaze Of Glory 2. George Michael – Freedom 3. Aerosmith –Sweet Emotion 4. U2 – Where The Streets Have No Name 5. Inxs – Need You Tonight 6. Band Aid – Do They Know It’s Christmas 7. Chat Kröger/ Carlos Santana – Into The Night 8. Billy Joel – The Downeaster Alexa 9. Phil Collins – In The Air Tonight (live in Paris) 10. Seeed – Augenbling

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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