Cloppenburg Die Rumänischen Volkstänze in der Fassung für Orchester von Béla Bartók, mit denen die Kammersinfonie Oldenburg ihr Konzert im Cloppenburg Clemens-August-Gymnasium am vergangenen Sonnabend eröffnete, vermittelte fast schon nicht gebändigte Urwüchsigkeit. Bartóks Werk entspricht einer Suite, in der die verschiedenen Tanzformen vorgestellt werden. Ihre Klangsprache lässt deutlich slawische, orientalische und romanische Einflüsse vernehmen. Sehr gut erfasste das Orchester unter der Leitung von Olaf Wiegmann die verschiedenen Charaktere bzw. Affekte, wobei das Spektrum von der Elegie über burleske Momente bis hin zu wilder Ausgelassenheit reichte.

Zweifellos war die Wiedergabe des Klarinettenkonzertes von W. A. Mozart KV 622 mit Ramona Katzenberger als Solistin der Höhepunkt dieses Konzertabends. Bereits im Kopfsatz, Allegro, zeigte sich das große Talent der 19-jährigen Solistin in einer anmutigen wie erfrischenden Interpretation. Natürlich ist der zweite Satz, Adagio, wegen seiner ätherischen wie sphärischen Klangsprache besonders populär. Ramona Katzenberger ließ ihr Instrument geradezu singen, zuweilen wie eine überirdische Stimme. Im Finalsatz, Rondo Allegro, zeigte die Solistin abermals, dass ihre profunde Spieltechnik niemals Selbstzweck ist, sondern stets im Dienste einer ausdrucksbetonten Wiedergabe steht, gepaart mit musikantisch bezwingender Lebendigkeit. Der Kammersinfonie Oldenburg muss an dieser Stelle besonderes Lob ausgesprochen werden, da sie stets dynamisch im Hintergrund blieb. Das Publikum dankte mit Beifall.

Nach der Pause stand Beethovens siebente Symphonie in A-Dur op. 92 auf dem Programm, für ein Laienorchester wie die Kammersinfonie Oldenburg alles andere als ein Sonntagsspaziergang. So überraschte dann, mit welch großem Enthusiasmus und Engagement musiziert wurde. Im Kopfsatz die unmittelbar aufeinander folgenden Gegensätze zwischen dem straffen Rhythmus des Hauptthemas und der Lyrik des Seitenthemas herauszuarbeiten, war eine vortreffliche Leistung.

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Auch wenn hier und da kleine Intonationsmängel zu vernehmen waren, ist den Musizierenden höchste Anerkennung für die großartige Leistung auszusprechen. Das Publikum dankte mit ausgiebigem Applaus. Wer dem Konzert fern blieb, hat etwas sehr Schönes versäumt.

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