Cloppenburg Das St.-Josefs-Hospital Cloppenburg hat am Donnerstag den Startschuss für ein neues Leuchtturmprojekt gegeben. Ab sofort wird jedem Patient, der eine Knieteil- oder eine Knieprothese braucht – soweit medizinisch möglich – ein maßgeschneiderter Hightech-Gelenkersatz eingesetzt. Damit hat das standardisierte Kunstgelenk in Cloppenburg ausgedient.

Möglich macht dies die 3D-Drucker-Technologie. Nach computertomografischen Scans und einem daraus gefertigten Modell erzeugt der 3D-Drucker eine Schablone, die als Gussform für das Kniegelenk dient. Damit kann die Prothese perfekt den anatomischen Gegebenheiten angepasst werden, so die Klinik-Ärzte. Jeder Patient erhält ein Unikat, eine Maßanfertigung, produziert von einer Firma in Boston. Diese liefert gleich noch Schablonen mit, die mit vorgegebenen Bohrlöchern als Operations-Werkzeuge dienen.

Mit dem Schritt weg vom Standard, hin zur individuellen Gelenkfertigung, setzt das St.-Josefs-Hospital Akzente. Während einige Krankenhäuser in Süddeutschland bereits mit solchen Gelenken arbeiteten, werde hierzulande auf die Standard-Modell zurückgegriffen, so Klinik-Sprecher Jan-Stephan Schweda während eines Pressegesprächs. Die Klinik hoffe, mit der neuen Methode viele Patienten zu erreichen und zu gewinnen.

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Allerdings: „Das Verfahren ist nur möglich, wenn die Bänder intakt sind“, so Dr. Boris von Engelhardt, Chefarzt der Orthopädie im St.-Josefs-Hospital. Das träfe auf etwa 60 Prozent der Kassen- und Privatpatienten zu.

Engelhardt, der sich seit knapp zwei Jahre mit dem Thema beschäftigt, ist von der Innovation überzeugt: „Bei der Individualprothetik am Knie ist der Knochenverlust deutlich reduziert. So gehen etwa 25 Prozent weniger Knochensubstanz verloren. Funktionell zeigen die Patienten eine bessere Beugung und Streckung.“ Auch das Bewegungsgefühl sei natürlicher. Mit dem neuen Gelenkersatz seien die Patienten zudem schneller schmerzfrei, mobiler und deutlich zufriedener.

Allerdings: Die maßgefertigten Modelle müssen sich noch bewähren, Langzeitstudien gibt es nicht, dazu ist die Technik zu neu. Wie Dr. Wolfgang Fitz, einer der Experten auf dem Gebiet der Knieendoprothetik vom Brigham and Women’s Hospital in Boston, der extra für die Einführung der neuen Technik nach Cloppenburg gekommen war, mitteilte, wurde in Boston 2006 erstmals ein Teilersatz eingesetzt. 2011 erhielt ein Patient eine Totalprothese nach dem neuen Verfahren.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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