CLOPPENBURG In die Schusslinie der Cloppenburger Politik ist der Kuratoriumsvorsitzende des katholischen St.-Josefs-Hospitals, Helmut Themann, geraten. CDU, SPD, Grüne und UWG fordern den Rücktritt des Diplom-Kaufmanns, der vor zwei Jahren von Weihbischof Heinrich Timmerevers als Chefsanierer des finanziell angeschlagenen und nach wie vor defizitär arbeitenden Krankenhauses eingesetzt worden war.

Der Hintergrund des Streits: Themann ist gleichzeitig Verwaltungsleiter des St.-Marien-Hospitals Vechta – er trägt somit die Verantwortung für zwei Kliniken. Alle Cloppenburger Parteien mit Ausnahme der FDP sehen darin einen Interessenkonflikt, der die Abwanderung von Abteilungen und Patienten nach Vechta nach sich ziehen könnte.

Massiv in die Kritik geriet Themann nun, nachdem bekannt wurde, dass der Chefarzt der Viszeralchirurgie, Dr. Hendrik Faust, gekündigt hatte. Der auch über die Grenzen der Region angesehene Spezialist für Bauch-Operationen geht nach Emden.

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Der Wechsel Fausts wird von Themanns Kritikern als ein Beleg für schlechte Arbeitsbedingungen und einen „Ausverkauf“ des Cloppenburger Krankenhauses gewertet. Faust selbst hatte eine bessere berufliche Perspektive in der ostfriesischen Hafenstadt geltend gemacht.

Unterstützung erhielten die Kommunalpolitiker von den niedergelassenen Ärzten. Christoph Paschen, Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Norbert Naber vom Notdienstring Cloppenburg und Dr. Matthias Wenck (Ärztenetz Soestetal) äußerten in einer gemeinsamen Erklärung, dass „namhafte leitende Ärzte des Cloppenburger Hospitals sowie Teile des ärztlichen Personals offenbar mehr oder minder gezielt dazu angehalten werden, ihre Posten zu räumen“.

Nachdem Weihbischof Timmerevers, der die Stiftungsaufsicht für die 17 katholischen Krankenhäuser im Offizialatsbezirk Oldenburg innehat, am Dienstag eine Vertrauenserklärung für seinen Chefsanierer abgegeben hatte, ging dieser am Mittwoch in die Offensive. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien „unsachlich und beinhalteten Unterstellungen“. Die bewusst in die Öffentlichkeit getragenen falschen Informationen hätten dem Haus und dessen Entwicklung geschadet.

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