Cloppenburg Eine dermaßen verschärfte Personalsituation dürfte im semi-professionellen Bereich Deutschlands wohl einmalig sein. Denn wenn die seit dem vergangenen Wochenende abgestiegenen Regionalliga-Fußballer des BV Cloppenburg an diesem Mittwoch (Anstoß: 18.45 Uhr) zum Nachholspiel bei der Reserve von Erstliga-Absteiger Hannover 96 antreten, ist Trainer Steffen Bury froh, wenn seine Ersatzbank nicht völlig blank ist. Neben knapp einem Dutzend verletzter Akteure fällt Mittelfeld-Terrier Nick Köster nach seiner zehnten Verwarnungskarte beim unterirdischen 1:2 gegen Goslar aus. Damit nicht genug. Quasi über Nacht beendete der seit der Winterpause stets formidabel spielende Ex-Bayern-Spieler Nikola Jelisic seine Mission an der Soeste.

Zu den Gründen mochte Bury keinen Kommentar abgeben. „Das ist Sache des Präsidiums.“ Ein oder zwei Spieler aus dem Juniorenbereich sollen mit in die Landeshauptstadt reisen, um auf eventuelle Ausfälle reagieren zu können. Selbst ein Einsatz des aktuellen Ersatzkeepers Christian Meyer im Feld, wie zuletzt im Training schon ausprobiert, erscheint im altehrwürdigen Ricklinger Beeke-Stadion nicht ausgeschlossen.

Letztlich dreht sich bei den Soestestädtern ohnehin alles längst nur noch um die neue Saison. Elf Spieler stehen bislang unter Vertrag, darunter mit dem Noch-Friesoyther Lukas Ostermann ein Stürmer-Neuzugang. Verlängern will der Club dem Vernehmen nach unbedingt auch mit dem zuletzt weniger berücksichtigten Jonas Wangler. Zudem bekräftigte Bury, dass er auch Gerrit Thomes keinesfalls abgeschrieben hat. „Ich habe einen guten Draht zu ihm.“

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Außerdem wünscht der Ex-Profi, dass sich Youngster Johannes Bruns abermals für den BVC entscheidet. „Mir ist klar, dass ,Jojo’ spielen will. Das kann ich aber keinem Spieler garantieren. Dennoch glaube ich, dass ihm ein weiteres Jahr bei uns gut tun wird.“ Derweil stehen beim langjährigen Leistungsträger Bernd Gerdes, der derzeit eine zweite Leisten-Operation auskuriert, die Zeichen auf Abschied. „Reisende soll man nicht aufhalten“, so Bury zu dieser Personalie.

Auf der anderen Seite hat der BVC nach NWZ-Informationen einen vielversprechenden Mittelstürmer in der Hinterhand. Außerdem trainierte am Montag erneut ein japanischer Angreifer mit enormen Sprintqualitäten mit, der schon beim 1. FC Saarbrücken vorgespielt hat.

„Abwarten“, meinte Bury, der in der neuen Spielzeit auf einen auf 20 Spieler reduzierten Kader bauen will. „Das ist eher mein Ding, weil es für den Zusammenhalt besser ist.“ Noch nicht bestätigen mochte der BVC unterdessen, dass der derzeit an den Folgen eines Kreuzbandrisses laborierende Verteidiger Marius Krumland seinen auslaufenden Vertrag verlängert hat.

Hannovers bangende Reserve baut auf Nachholspiele

Keine Frage, nach zwei letztlich enttäuschenden Spielzeiten und dem Trainerwechsel – der viel gereiste „Altmeister“ Michael Krüger ersetzte im Sommer Youngster Sören Osterland – sollte es bei der Reserve von Hannover 96 aufwärts gehen. Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache. Nach acht Siegen, sowie zehn Remis und Niederlagen rangiert der Nachwuchs der Leinestädter mit 34 Punkten nach der abgesagten Partie in Hildesheim als 16. seit dem neunten Spieltag erstmals wieder auf dem ersten der drei Regelabstiegsplätze. Es droht wie den Profis der Absturz. Allerdings haben die Landeshauptstädter, die wegen des tragischen Unfalltods von Stürmernachwuchshoffnung Niklas Feierabend unter Schock stehen, im Vergleich zur Konkurrenz aus Goslar, St. Pauli, Hamburg und Lüneburg die mit Abstand wenigsten Spiele ausgetragen. In den Nachholpartien sollen nun Punkte eingefahren werden. Über das nötige Potenzial verfügt die 96-Reserve allemal. Der neue Coach des abgestiegenen Erstliga-Teams, Daniel Stendel, verschaffte zuletzt Valmir Sulejmani, Waldemar Anton und dem sechsfachen Saisontorschützen Noah-Joel Sarenren-Bazee Bundesligaminuten. Außerdem lässt das positive Torverhältnis (37:36) nicht darauf schließen, dass es für den 96-Nachwuchs gegen den Abstieg geht. Zum wichtigsten Mann könnte wieder Stürmer-Routinier Roman Prokoph werden (13 Tore). Auffällig ist zudem, dass 18 Spiele der Hannoveraner, die bereits 33 Spieler einsetzten, mit nur einem Tor Differenz ausgingen. Taktisch lässt 96-Coach Krüger, dessen Team im Ricklinger Beeke-Stadion spielt, permanent „rotieren“. Bevor es zuletzt in Meppen ein 2:4 gab, blieben die 96er viermal ungeschlagen. Neben einem 2:2 gegen die HSV-Reserve wurde gegen Norderstedt (3:1), Goslar (3:0) und Meppen (3:1) gesiegt.

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