Thüle /Bösel Auch in diesem Jahr war der Festplatz beim Gasthof Sieger in Thüle am Maifeiertag wieder das Ziel tausender Jugendlicher aus der Region. Wobei auffallend war, dass viele Besucher letzten Endes gar nicht den Weg auf das Gelände suchten, sondern sich stundenlang vor dem Eingangsbereich aufhielten. Das zuständige Polizeikommissariat in Friesoythe war dauerhaft mit mehreren Fahrzeugen in und um Thüle unterwegs und gewährleistete damit in enger Kooperation mit einem privaten Sicherheitsdienst aus Cloppenburg einen geregelten Ablauf der Veranstaltung.

Die gute Nachricht: „Keine besonderen Vorkommnisse“, resümierte Wolfgang Derke, der es sich als polizeilicher Einsatzleiter nicht hatte nehmen lassen, die Veranstaltung von Anfang bis Ende zu begleiten. Weder die vorsorglich zur Verfügung stehenden Diensthunde noch die neue Arrestzelle im Friesoyther Dienstgebäude mussten zum Einsatz kommen.

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Die schlechte Nachricht: Wieder einmal hinterließen die Fußgruppen, die sich von Bösel und Markhausen auf den Weg zur Maisause nach Thüle machten, auf den Straßen Berge von Müll. Pappbecher, zerbrochene Flaschen, umgekipptes Dixie-Klo – entlang des Bernethsdamms und Mittelthüler Straße/Markhauser Weg sah es erneut wüst aus. Mehrere Mitarbeiter der Bauhöfe der Gemeinde Bösel und der Stadt Friesoythe sind mehrere Tage mit der Beseitigung des Unrats und der Säuberung der Straßen beschäftigt. Dabei wurden von den Kommunen die Straßen extra gesperrt, es wurden Mülltonnen am Straßenrand platziert und mobile Toiletten aufgestellt.

So sah es auf dem Bernethsdamm aus. (Bild: Thomas Haselier)

Entsprechend verärgert zeigte sich der Friesoyther Bürgermeister. „Jeder soll ausgelassen feiern können, keine Frage. Aber was hier jedes Jahr passiert, kann ich nicht mehr dulden“, sagte Stratmann. Aus Umweltsicht frage er sich, ob der Menschenverstand bei den jungen Leuten, die ihren Müll achtlos wegwerfen, aussetze. Weiterhin komme hinzu, so der Bürgermeister, dass durch die Absperrung der Straße und durch die Aufräumräumarbeiten der Stadt Friesoythe Kosten von mehreren tausend Euro entstehen würden – bezahlt ausschließlich aus der Stadtkasse. Er werde daher in einem Nachgespräch mit den Einsatzkräften und dem Veranstalter der Maisause deutlich machen, dass dieses Problem dauerhaft gelöst werden müsse.

NWZ-Kommentar zur Vermüllung: Kaum zu glauben

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Ab den frühen Morgenstunden waren mehrere Sonderstreifenbesatzungen immer wieder auf dem Bernethsdamm in Bösel sowie auf der Vorderthüler Straße in Markhausen anzutreffen. Denn hier sammeln sich bereits seit Jahren hunderte Jugendliche für ihren Fußmarsch zum Festplatz. Immer wieder verließen die Polizeibeamten an den beiden Sammelpunkten ihre Fahrzeuge, um mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Mittendrin war hier mit Polizeioberkommissar Gerd Binder der Präventionsbeauftragte der Friesoyther Polizei im Einsatz und schaute zusammen mit Jungenamtsmitarbeitern aus Cloppenburg nach dem Rechten.

„Bis auf ein paar kleine Körperverletzungen und Raufereien sowie Diebstähle waren wir in Thüle kaum gefordert“, erklärt Polizeikommissar Mathias Bastek, der von der Wache aus neben den Thüler-Einsatzfahrzeugen auch die Streifen im Regeldienst koordinierte.

Vorsorge getroffen hatte das Polizeikommissariat Friesoythe für eine ruhige Veranstaltung auch insofern, als dass auf seinen Antrag hin die zuständige Polizeibehörde in Oldenburg für zwei junge Männer aus Friesoythe ein Aufenthaltsverbot für die Thüler Veranstaltung verhängt hatte. Die beiden amtsbekannten Streithähne waren 2017 und 2018 dort nämlich mehrfach massiv negativ aufgefallen.

Gelobt wurde das gute Zusammenspiel zwischen Polizei, dem privaten Sicherheitsdienst und der DRK-Kreisbereitschaft Markhausen. Wobei der DRK-Verantwortliche Marcel Stammermann und seine 17-köpfige Crew rundweg 20 Mal zum Einsatz kamen. Hierunter waren eine Kopfplatzwunde und ein Schnitt in die Hand, die eine Krankenhauszuführung erforderten. Die restlichen Verletzungen waren kleinerer Natur und konnten vor Ort behandelt werden.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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