Hilkenbrook /Neuscharrel Dicke Bäume knicken um wie Streichhölzer, begraben Autos und Häuser unter sich. Taubenei große Hagelkörner prasseln herunter. Gartenstühle wirbeln herum. 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fällt vom Himmel. Der ganze Spuk dauert gerade einmal zehn bis 15 Minuten.

So geschehen am Freitag, 7. Juli. Ein Orkan verwandelte Teile der kleinen Ortschaften Neuscharrel und Hilkenbrook in ein Trümmerfeld, das bis heute noch nicht ganz beseitigt ist.

Durch die heftigen Orkanböen und die kräftigen Hagelschauer sind nicht nur Gegenstände beschädigt worden, auch weite Teile landwirtschaftlicher Nutzflächen wurden zum Teil vollkommen zerstört. Die Rede ist von 1400 Hektar Mais und Getreide, die an diesem besagten Freitagabend in Neuscharrel/Hilkenbrook sowie auch in Visbek/Goldenstedt Schaden genommen haben.

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Gut beraten waren diejenigen betroffenen Landwirte, die ihre Felder gegen Sturm und Hagel versichert haben. Doch wie will man eine genaue Schadenssumme festlegen? Dazu gibt es eigens Sachverständige, zumeist selbst Landwirte, die von Versicherungen eingesetzt werden. Für den Bereich Neuscharrel/Hilkenbrook sind für die „Vereinigte Hagel“ Eilert Taddings, Clemens Hackstedt und Willi Reinke im Einsatz. Jedes Feld, das als Sturm- und Hagelschaden vom Besitzer gemeldet wurde, wurde oder wird in diesen Tagen genau unter die Lupe genommen.

Unterstützung erhalten die Sachverständigen aus der Luft – mithilfe von Drohnen. Thorsten Westermann und Ingolf Grünther von der „Vereinigte Hagel“ steuern dabei einen Motorflieger und einen Quadrocopter über die Felder. Diese liefern aus bis zu 100 Metern Höhe ein Gesamtbild vom Feld, auf dem das Ausmaß der Schäden erkennbar wird.

„Seit vier Jahren sind wir mit den Drohen im Einsatz“, sagte Westermann, als er am Dienstag bei einem Vor-Ort-Termin auch ihren hiesigen Versicherungsvertreter Peter Kemper begrüßen konnte. Die Bilder von oben seien eine große Hilfe bei der Bewertung des Schadens – immerhin gehe es hier um eine Versicherungssumme von rund drei Millionen Euro. Wichtig sei dabei das Zusammenwirken von Luftbildern und den Experten am Boden, ergänzte Grünther.

Und das Bodenpersonal hat bei dem Ausmaß der Zerstörung in Neuscharrel und Hilkenbrook einiges zu tun. Stichprobenweise wird Pflanze für Pflanze begutachtet und in verschiedene Beschädigungsgrade eingeteilt. Und man sei immer wieder überrascht, so die Experten, welche gravierenden Folgen ein zehnminütiges Unwetter auf die gesamte Ernte haben könne.

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Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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