Ramsloh Es war der 11. November 2001, der das Leben von Michaela Meyer für immer veränderte. Die heute 32-Jährige aus Lastrup war mit ihrem damaligen Freund in der Nacht mit dem Auto unterwegs, als dieser plötzlich in den Sekundenschlaf fiel. Der Wagen zerschellte auf der B 213 bei Löningen an zwei Bäumen. Fünf Monate lag Michaela im Koma, es folgten zahlreiche Operationen, Therapien, ihre Mutter kämpfte gegen die Krankenversicherung, die einige OPs und die Spezialschuhe nicht bezahlen wollte. Auch die Beziehung zu ihrem Freund zerbrach, weil dieser die Schuld am Unfall einfach auf sie schob.

Diese Geschichte erzählt Michaela am Montag den Schülern des 10. Jahrgangs des Laurentius-Siemer-Gymnasiums (LSG) in Ramsloh, Schulstraße 5. So wie sie seit zehn Jahren ihre Geschichte Schülern erzählt. Gemeinsam mit Achim Wach von der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta und ihrer Lebensretterin, der Notärztin Almut Opolka. „Mit Unfallopfer und Notärztin an die Front“, heißt das Präventionsprojekt, mit dem das Trio durch die Schulen tourt. „Für mich ist das Therapie“, sagt Michaela. „Es hilft mir, andere davor zu bewahren, dass ihnen das gleiche passiert“, sagt sie.

„Glaubt ihr, dass Michaelas Mutter diesen Mut gehabt hätte, gegen die Krankenversicherung zu klagen, wenn bei der Unfallfahrt Drogen oder Alkohol im Spiel gewesen wären?“, fragt Wach die Schüler. „Nur wenn ihr euch richtig verhaltet, dann könnt ihr auch diesen Mut aufbringen. Sonst habt ihr wenig Argumente in der Hand.“ Dazu gehöre auch, den Mund aufzumachen. „Wenn ihr merkt, dass etwas schief läuft, dann sagt es, weist er auf Gefahren im Straßenverkehr hin. Der Sekundenschlaf des Unfallfahrers dient als warnendes Beispiel.

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Die Schüler verfolgen gebannt den Vortrag – Michaelas Schicksal geht ihnen nahe, das ist zu spüren. „Was ging dir durch den Kopf, als du aus dem Koma aufgewacht bist?“, bist du wütend auf den Unfallfahrer?“, sind einige Fragen. Viele der Schüler werden demnächst mit Roller oder Mofa im Straßenverkehr unterwegs sein. „Wir wollen sie für die Gefahren sensibilisieren“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Annette Jahn, die für die Präventionsarbeit am LSG zuständig ist.

Der Vortrag scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Mit nachdenklichen Gesichtern gehen die Schüler in die anschließende Pause.


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Jonas Schönrock Barßel / Redaktion Münsterland
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