Löningen /Oldenburg Wegen Besitzes von Kinderpornografie ist ein 58 Jahre alter Mann aus Löningen zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts in Cloppenburg hat das Oldenburger Landgericht am Montag bestätigt. Auf dem Laptop des Angeklagten waren mehrere 1000 Bilder mit Kinderpornografie gefunden worden. Wie das zu bewerten ist, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Gegen das erste Urteil hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte über seinen Verteidiger Berufung eingelegt. Während die Anklagebehörde eine deutlich höhere Strafe forderte, wollte die Verteidigung einen Freispruch erreichen. Das Landgericht hat beide Berufungen verworfen. Weder gab es eine höhere Strafe noch einen Freispruch. Doch damit ist der Fall noch nicht erledigt. Die Verteidigung hat Revision gegen das Urteil eingelegt. Sie sieht Verfahrensfehler. Ermittlungsergebnisse seien rechtswidrig zustande gekommen, weswegen sie auch nicht verwertet werden dürften.

2012 war der Angeklagte schon einmal wegen Erwerbs und Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden. Was an Kinderpornografie bei ihm gefunden wurde, war beschlagnahmt worden. Der Fall war abgeschlossen. Vier Jahre später aber soll der Angeklagte exhibitionistische Handlungen vor einem elfjährigen Mädchen vorgenommen haben. Das führte dann zu einer erneuten Wohnungsdurchsuchung. Dabei wurden auf dem Laptop des Angeklagten die Kinderpornografie-Bilder gefunden, die jetzt Gegenstand des Verfahrens waren.

Der Angeklagte erklärte, das seien alte Fotos aus dem früheren Verfahren. Er habe auf seinen neuen Laptop Inhalte einer externen Festplatte geladen und dann mit Erschrecken festgestellt, dass sich dort noch Bilder mit Kinderpornografie befunden hätten. Er habe sie sofort gelöscht, so der Angeklagte. Die Polizei hatte die gelöschten Bilder aber wieder sichtbar gemacht. Das Gericht rechnete dem Angeklagten diese Bilder auch zu. Die Ermittlungsergebnisse seien auch verwertbar, wies das Gericht die Ansicht der Verteidigung zurück. Bei der erneuten Wohnungsdurchsuchung sei es nur um den Vorwurf der exhibitionistischen Handlungen gegangen. Was darüber hinaus zufällig entdeckt worden sei, dürfe keine Verwendung finden, so die Verteidigung.

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