Garrel „Dorfsheriff“ zu sein – das hat sich Jürgen Pieper schon länger gewünscht. Seit vergangenem Donnerstag ist der 50-Jährige neuer Polizist an der Seite von Herbert Holthaus in der Polizeistation in Garrel. Am Dienstagmorgen wurde er offiziell vorgestellt, wenngleich er noch bis zum 1. Oktober sowohl in Garrel als auch in Emstek eingesetzt sein wird, wie Werner Vagelpohl, Leiter des II. Fachkommissariats, erklärte. Dann nämlich wird ein neuer Kollege in Emstek die derzeit halbe Stelle von Jürgen Pieper übernehmen.

Die Aufgaben eines Dorfpolizisten bildeten „die ganze Bandbreite der Polizeiarbeit“ ab, betonte Vagelpohl – „sehr anspruchsvoll“. An ihn seien schon „besondere Anforderungen“ gestellt, so der Leiter des Fachkommissariats. Der Dorfpolizist stehe in ständigem Kontakt mit den Bürgern, berate und helfe, müsse aber auch Grenzen setzen. „Dafür muss man schon ein Händchen haben.“ Eine gewisse Lebenserfahrung sei auch notwendig. Und die bringt Jürgen Pieper mit.

Ab Frühjahr im Rathaus

Die Polizeistation in Garrel wird von seinem derzeitigen Standort an der Händelstraße in das Rathaus umziehen. Das Rathaus wird derzeit erweitert, im Anschluss erhält die Polizei eigene Räume im Bestandsgebäude. Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres werde die Station umziehen, wurde am Rande des Pressegesprächs deutlich. Die Polizei erhält einen eigenen Eingang an der Seite zum „Fleischparadies“ Bley. Sollte einmal ein dritter Kollege in Garrel eingesetzt werden, wäre in den neuen Räumen auch Platz dafür da.

In Garrel tritt er die Nachfolge von Reinhard Meyer an, der im Juni in den Ruhestand verabschiedet worden war. Pieper war 1994 im Mittleren Dienst bei der Polizei in Oldenburg eingestiegen. Im Anschluss wurde er versetzt zur Bereitschaftspolizei. Nach einem halben Jahr dort wechselte er zum Polizeikommissariat Achim. Dort war er bis 2000 beschäftigt. Von 2000 bis 2003 schloss der aus Cloppenburg stammende Vater zweier Kinder (10 und 12 Jahre) ein Studium an, das ihn für den gehobenen Dienst qualifizierte. Nach einem erneuten Einsatz in Achim wurde er 2004 nach Cloppenburg in die Heimat versetzt – zunächst als Sachbearbeiter im Streifendienst, ab 2005 als stellvertretender Dienstschichtleiter. Zum 1. August 2016 wechselte er schließlich nach Emstek, als sich dort die Gelegenheit bot. „Ich wollte gerne raus aus dem Schichtdienst“, begründete Pieper im Gespräch die Gründe für den Wechsel.

Gespräche wird Jürgen Pieper mit den Garreler Bürgern künftig auch auf Plattdeutsch halten können. Als gelernter Landwirt sei das „kein Problem“, versichert der im Raum Cloppenburg wohnende Polizeihauptkommissar. In die Landwirtschaft sei er „so reingerutscht“, hatte dann aber im Zuge der Krise nach der Schweinepest nach einem neuen Tätigkeitsfeld gesucht. Zunächst schloss sich eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann an, bevor er zur Polizei wechselte. „Den Schritt habe ich nie bereut“, sagt Pieper, der sich auf die Arbeit in Garrel freut und froh ist, in Herbert Holthaus einen versierten, erfahrenen und gut vernetzten Kollegen an der Seite zu haben.

Apropos Kollegen: Ehefrau Ruth ist ebenfalls bei der Polizei. Sie ist bei der Polizeiinspektion in Cloppenburg beschäftigt. Seiner Vorbildfunktion möchte er auch im Privatleben nachkommen, betont Jürgen Pieper, der Tischtennis spielt und im Schützenverein Varrelbusch Mitglied ist. Privatleben und Beruf – das sei als Dorfpolizist eh nur bedingt zu trennen, meint Werner Vagelpohl.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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