Essen Ein Gabelstapelfahrer hat einen Herzinfarkt in einer Lagerhalle, infolgedessen wird ein mit Gefahrstoffen gefüllter Behälter beschädigt. Durch die ausgelaufene Flüssigkeit bildet sich eine Giftwolke in der Halle. Dieses Szenario diente dem Gefahrgutzug des Landeskreises Cloppenburg am Sonnabend als Übung beim Tiernahrungshersteller Miavit in Essen.

In dem Szenario ging es folgendermaßen weiter: Ein Mitarbeiter informierte die Firmenleitung, nachdem er die Lage erkannt hatte. Unverzüglich wurde die Leitstelle informiert. Diese alarmierte zunächst die Freiwilligen Feuerwehren aus Essen und Bevern. Über Meldeempfänger wurde der Gefahrgutzug des Landkreises alarmiert.

An der Übung beteiligten sich insgesamt 150 Personen mit 26 Einsatzfahrzeugen. Der Gefahrgutzug des Landkreises wurde dabei von einer „Kerngruppe“ aus Emstek gebildet. Weitere Gruppen kamen aus den Feuerwehren Cloppenburg, Garrel, Friesoythe und Löningen hinzu. Zugführer Reinhard Vaske von der Feuerwehr Emstek leitete den Gefahrgutzug.

Alle Kräfte hatten sich zunächst auf dem Schützenplatz in Essen gesammelt, um geschlossen zur Firma Miavit zu fahren. Dort übernahmen die Feuerwehren Essen und Bevern die Menschenrettung. Auch eine Wasserversorgung wurde aufgebaut. Die Feuerwehr Emstek war für den Gefahrgutaustritt in der Halle und dem Dekontaminationsplatz (Dekon-Platz) zuständig. Letzteren bauten die Mitglieder der Cloppenburger Feuerwehr auf. Bei einem Dekon-Platz handelt es sich um ein Zelt mit Dusche, Duschwanne und eine Entsorgungsmöglichkeit für das Duschwasser. Die Abdichtung der Leckage und Reinigung der Flächen waren Aufgabe der Feuerwehr Garrel. Für die Gruppen aus Friesoythe und Löningen stand neben der Unterstützung mit Vollschutzanzügen auch eine Lageerfassung an.

Ebenfalls zum Einsatz kamen die Fernmeldegruppe, der ABC-Dienst sowie der Atemschutzcontainer, der in Cappeln stationiert ist. Das DRK nahm mit einem Rettungswagen an der Übung teil.

Übungsziele waren die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen, Arbeiten nach einem Feuerwehrplan, Notfall-Dekontamination von verletzten Personen und die Rettung eines verletzten Chemikalienschutzanzug-Trägers aus dem Gefahrenbereich. Zugführer Vaske und auch Firmenvertreter zeigten sich mit dem Ablauf sehr zufrieden.

Grundsätzlich werden solche Einsätze in Vollschutzanzügen durchgeführt. Nach einem Einsatz müssen alle Personen dekontaminiert werden. Zahlreiche Gäste des Landkreises, der Firma Miavit, des Kreisfeuerwehrverbands und der Gemeinde Essen verfolgten die Übung des Gefahrgutzuges. Sie endete mit einem Imbiss und einer kurzen Lagebesprechung.

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