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Blaulicht-Ticker für den Nordwesten
Anwohner sollen Fenster und Türen nach Brand in Ofenerdiek schließen

Barßel Für einige Sekunden atmet Emily Simanowski nicht mehr. Es ist der 22. November 2015 als es passiert – die Zwölfjährige ist gerade zu Besuch bei ihrer älteren Schwester Anja, 30. Emily kippt plötzlich um. Rund 30 Minuten krampft sie, wird später im Arztbrief des Klinikums Leer stehen, in das sie der Rettungswagen bringt.

„Sie hatte jetzt seit vier Jahren keinen Anfall mehr“, sagt Emilys Mutter Brigitte. Damals diagnostizierten die Ärzte Epilepsie. Bis zu jenem 22. November herrschte jedoch Ruhe. Doch jetzt hat Emily Angst, in die Schule zu gehen, hat Angst vor einem erneuten Anfall. Und auch die Soesteschule in Barßel, wo Emily die 4. Klasse besucht, habe Bedenken, im Notfall nicht richtig reagieren zu können und das Notfallmedikament zu geben, berichtet Brigitte Simanowski. „Unsere Tochter benötigt eine Begleitperson.“

Doch seit acht Wochen sitzt die Zwölfjährige nur zuhause. „Wir werden immer nur hin und her geschoben, sind den ganzen Tag am telefonieren, doch passiert ist bislang nichts“, klagt Vater Eckard. „Sie muss doch zur Schule.“ Auch die Soesteschule sowie Emilys Hausarzt sehen eine dringende Notwendigkeit für eine solche Begleitperson. Auch der Schultranport per Taxi wird vom Hausarzt befürwortet. „Wir haben auch bereits jemanden gefunden. Sie wohnt in der Nachbarschaft und kennt Emily seit Jahren. Außerdem ist sie auf Epilepsie spezialisiert“, sagt Brigitte Simanowski. „Sie könnte Emily auch zur Schule fahren, so dass das Taxi nicht notwendig ist.“ Denn alleine mit dem Fahrrad zu Schule fahren, das kann Emily nicht. „Und wir haben kein Auto“, sagt Brigitte Simanowski.

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Das Problem: „Der behandelnde Arzt in Leer hat nur einen Fieberkrampf diagnostiziert, keine Epilepsie“, sagt Mutter Brigitte. Eine Begleitperson werde aber nur bei Epilepsie genehmigt. „Das Jugendamt hat uns gesagt, die Begleitperson könne dies doch ehrenamtlich machen. Aber das ist ein Vollzeitjob, sie muss doch auch Geld verdienen“, sagt Brigitte Simanowski. „Wir sind alle mit den Nerven am Ende.“

Der Landkreis Cloppenburg bestätigte auf Anfrage der NWZ  einen entsprechenden Antrag der Familie auf eine Begleitperson beziehungsweise einen Integrationshelfer. „Das Gesundheitsamt hat festgestellt, dass eine ständige Beaufsichtigung des Kindes nicht erforderlich ist“, erklärt Kreissprecher Frank Beumker. Grundlage sei das Gutachten des Kinderarztes des Klinikums in Leer gewesen. Warum die Bescheinigung des Hausarztes keine Berücksichtigung fand, konnte der Landkreis nicht beantworten. „Auch das haben wir eingereicht“, sagt Emilys Mutter.

„Das Verfahren läuft allerdings noch“, so Frank Beumker. Die Familie bekomme in jedem Fall die Möglichkeit, in einer Anhörung den Fall zu schildern. Außerdem will der Landkreis der Frage nachgehen, ob eine Verletzung der Schulpflicht vorliegt.

Jonas Schönrock Barßel / Redaktion Münsterland
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