Cloppenburg /Oldenburg Einem geprellten Kunden bestellte und bereits bezahlte Ware erst nach einem Jahr auszuhändigen und das auch nur angesichts eines bevorstehenden Gerichtstermins macht den Betrug auch nicht besser. Das musste ein Internet-Betrüger aus Cloppenburg erfahren. Er war vom Cloppenburger Amtsgericht zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dieses Urteil hat das Oldenburger Landgericht in zweiter Instanz – nach einem Rabatt von einem Monat Haft – nun weitgehend bestätigt.

Der 25-Jährige betreibt in Cloppenburg einen kleinen Autohandel. Viele Autoteile verkauft er auch im Internet. Stets war Vorkasse zu entrichten. Doch dann wurde die Ware entweder gar nicht oder sehr verspätet ausgeliefert. Der Angeklagte will mit der „Buchhaltung“ überfordert gewesen sein. Dabei hätte er nur die bezahlte Ware wegschicken müssen. Es war aber nicht klar, ob der Angeklagte über alle angepriesenen Waren überhaupt verfügte.

Über Autositze verfügte er, zumindest ein Jahr nach dem Verkauf. Käufer war ein Kunde aus Süddeutschland. Der war in dem Cloppenburger Prozess als Zeuge geladen. Die Chance nutzte der Angeklagte, dem Zeugen die Autositze in die Hand zu drücken – ein Jahr nach Bestellung und Bezahlung. Bis heute allerdings sollen noch die Schienen fehlen. Einem anderen Kunden hatte der Angeklagte unmittelbar vor Prozessbeginn bereits gezahlte Gelder zurücküberwiesen.

Doch die späte Einsicht kam zu spät. Das Cloppenburger Amtsgericht verurteilte den Angeklagten erstinstanzlich wegen gewerbsmäßigen Betruges zu acht Monaten Haft auf Bewährung. Dagegen hatte der nicht vorbestrafte Angeklagte Berufung eingelegt. In Oldenburg wollte er eine Geldstrafe erreichen. Doch das klappte nicht. Der 25-Jährige soll im Rahmen der Bewährung beweisen, dass er auch ohne Straftaten leben kann und will.

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