Cloppenburg Die Kameradschaft und der Spaß neben allem Ernst bei den regelmäßigen Übungen gefallen Bjarne Fahlbusch aus Cloppenburg an der Jugendfeuerwehr (JF) Cloppenburg. Und die blickt in diesem Jahr auf schon 50 Vereinsjahre zurück – am 20. September 1969 wurde sie gegründet.

Das „Erlebnis Feuerwehr“ macht für Maximilian von Hammel (15) die Faszination aus. Die Cloppenburger Bjarne und Maximilian sind in der Nachwuchsorganisation der Feuerwehr, seit sie zehn Jahre alt sind. Zu den „Großen“ dürfen sie, wenn sie 18 Jahre alt werden – bis zu einem halben Jahr vor ihrer Volljährigkeit werden sie auf der jährlichen Generalversammlung im Februar übernommen.

Zweimal Training

Die beiden Nachwuchs-Kameraden wurden von ihren Eltern mit dem „Feuerwehr-Virus“ infiziert. „Dass ist bei vielen in der Jugendfeuerwehr so. Aber mittlerweile gibt es mehr Kinder und Jugendliche, die von ,außerhalb’ kommen – das gab es früher nicht so häufig“, hat der 17-jährige Bjarne beobachtet. Zweimal in der Woche – dienstags und samstags – wird geübt beziehungsweise trainiert. „In den Zeiten der Wettkämpfe ist das Programm vorhersehbar“, sagt Bjarne. Denn dann geht es auf das Übungsgelände am Porscheweg, das von der Stadt Cloppenburg zur Verfügung gestellt wird. Da werden die Löschangriffe geübt, die auch zum Programm auf den zwei Feuerwehrwettkämpfen gehören, zu denen der Nachwuchs fährt. Zum einen geht es zum Kreisfeuerwehrtag, und auch auf dem Bundeswettbewerb ist die Truppe vertreten.

Insgesamt drei Trupps gibt es beim Löschangriff, erklärt Bjarne: Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp. Ausgangspunkt ist eine Pumpe, von der aus Schläuche beziehungsweise das Wasser beim Angriffstrupp ankommen muss – denn die müssen Kanister „umschießen“ – Feuer ist sowohl bei den Wettkämpfen als auch beim Üben verboten.

Hydrantenkontrolle

Wie die Arbeit der Großen aussieht, lernt der Nachwuchs jährlich bei der Hydrantenkontrolle im Stadtgebiet kennen. Die werden winterfest gemacht – und bei diesem Einsatz können sich Groß und Klein schonmal beschnuppern. „Die Bindung wird eine andere, man lernt sich besser kennen und weiß, mit wem man es zu tun hat. Die jungen Kameraden werden auch mal bei Übungen als Komparsen eingesetzt“, so Feuerwehr-Pressewart Björn Lichtfuß.

Eine engere Verbindung zwischen den jungen Kameraden bringen die Zeltlager, berichten Bjarne und Maximilian. Die Stimmung sei zwar auch immer wetterabhängig, aber durch die vielen Aktivitäten – wie Orientierungsläufe, Spiele und das Verbringen der gemeinsamen Zeit – würde man seine Mitkameraden noch einmal ganz neu kennenlernen, sagt Maximilian. „Man lernt auch viele Leute aus anderen Jugendfeuerwehren kennen, denn im Zeltlager hat man immer neue Nachbarn“, erklärt der 15-Jährige.

Theorie auf dem Plan

Falls das Wetter an den Übungstagen mal nicht so gut sein sollte um draußen zu üben, kommt trotzdem keine Langeweile auf. Dann stehen Fahrzeugkunden oder ein bisschen Theorie auf dem Plan. Damit alle Nachwuchs-Kameraden fit bleiben, geht es in der Wintersaison in die Sporthalle. Zum Programm gehört auch der „letzte Dienst“ in jedem Jahr, bei dem im vergangenen Jahr die Feuerwehr am Flughafen Bremen und die Berufsfeuerwehr Delmenhorst besucht wurden – zum Abschluss des ereignisreichen Tages wurde dann noch im Feuerwehrhaus übernachtet.

22 Nachwuchskräfte

Unterstützt und begleitet werden die 22 Nachwuchs-Feuerwehrleute von vier Betreuern – Philipp Wehkamp ist Jugendfeuerwehrwart, Michael Tabeling sein Stellvertreter. Auch Tabeling war sieben Jahre lang in der Jugendfeuerwehr. Um in die aktive Wehr übernommen zu werden, bedarf es keiner Tauglichkeitsuntersuchung, sagt Tabeling. „Die Voraussetzung ist, dass man aktiv am Dienst teilgenommen hat.“

Nicht direkt abgewiesen worden, aber trotzdem nicht vertreten sind momentan Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen. „Menschen mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung könnten wir integrieren. Wir haben allerdings keine pädagogische Ausbildung“, so Tabeling. Die JF habe schon einige Anfragen zum Stichwort Inklusion gehabt – man habe aber auch mit Blick auf die Herausforderungen immer im Gespräch eine gemeinsame Lösung gefunden. Außerdem wäre für Menschen mit Handicap spätestens in der aktiven Wehr Schluss.

Auch Geflüchteten oder Migranten steht die JF laut Tabeling offen gegenüber. „Es darf nicht an der Sprachbarriere hapern, wir müssen miteinander kommunizieren können. Ansonsten sehe ich da kein Hindernis.“

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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