Cloppenburg Wegen Vollrausches muss sich seit Mittwoch ein 25 Jahre alter Mann aus Cloppenburg in einer Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, Anfang des Jahres in einem Cloppenburger Seniorenheim eine Pflegerin geschlagen zu haben. Bei der Frau soll es sich um die Lebensgefährtin des Angeklagten handeln.

Wegen der vorsätzlichen Körperverletzung stand der 25-Jährige schon einmal vor Gericht. Das Cloppenburger Amtsgericht hatte ihn im Mai diesen Jahres zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Weil der vorbestrafte Angeklagte zur Tatzeit einen Blutalkoholwert von 3,3 Promille hatte, konnte er in der Sache nicht schuldig gesprochen werden. Bezüglich des Tatvorwurfes der vorsätzlichen Körperverletzung musste von einer Schuldunfähigkeit des Angeklagten ausgegangen werden.

Das hieß aber nicht, dass der Angeklagte straffrei davonkam. Bei Rauschtaten, die aufgrund einer Schuldunfähigkeit nicht geahndet werden können, greift der Vollrausch-Paragraf. In diesem Sinne ist der 25-Jährige dann auch schuldig gesprochen worden. Fünf Monate Gefängnis: Der Angeklagte wollte aber nicht ins Gefängnis. Gegen das Amtsgerichts-Urteil hatte er Berufung eingelegt, so dass der Fall vor dem Oldenburger Landgericht als Berufungsinstanz neu aufgerollt werden musste.

In Oldenburg hätte der Angeklagte gerne eine Bewährungsstrafe erreicht. Doch es kam ganz anders. Der hohe Promillegehalt machte die Richter stutzig.

Plötzlich stand die Notwendigkeit einer Zwangstherapie im Raum. Bei Rauschtaten müssen spätestens in der zweiten Instanz derartige Maßnahmen geprüft werden. So kam es dann auch. Die Oldenburger Berufungskammer hat einen Sachverständigen beauftragt, den Angeklagten psychiatrisch begutachten zu lassen. Es geht um die Frage, ob die Voraussetzungen für eine Zwangstherapie vorliegen.

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