Cloppenburg Wegen Betrugs in zahlreichen Fällen muss eine alleinerziehende Mutter aus Cloppenburg nun für sieben Monate ins Gefängnis. Dieses – zunächst vom Cloppenburger Amtsgericht gefällte – Urteil ist am Donnerstag vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden. Die Angeklagte hat einen siebenjährigen Sohn. Für ihr Kind tut sie alles, vor allem Spielsachen im Internet bestellen. Das waren nie größere Summen, die in Einzelfällen anfielen. Eine Holzeisenbahn kostete zum Beispiel rund 40 Euro.

Einkäufe nicht bezahlt

Nur: Die Frau zahlte ihre Einkäufe nicht. Das ließ ihre finanzielle Lage gar nicht zu. Und so summierten sich die Betrugsanzeigen der geschädigten Firmen.

Anfangs hatten Gerichte noch versucht, mit Bewährungsstrafen auf die Angeklagte einzuwirken. Doch das half nichts. Die 35-Jährige bestellte weiter Spielzeug für den Sohn – ohne zu bezahlen. Offenbar verdrängte die Frau ihre Situation oder schätzte diese zumindest falsch ein. Zu Prozessen erschien sie manchmal erst gar nicht.

Statt Bewährung Haft

In einem Fall musste die Cloppenburgerin zur Verfahrenssicherung zuvor für einige Tage inhaftiert werden. Dem Cloppenburger Amtsgericht hatte das gereicht. Weil sie als krasse Bewährungsversagerin eingestuft wurde, gab es erstinstanzlich für die aktuellen Betrugstaten auch keine Bewährung mehr. Sieben Monate Gefängnis hieß in Cloppenburg das Urteil. Doch die Angeklagte wollte nicht ins Gefängnis, zumal der Verbleib ihres Sohnes unklar war. Gegen das Cloppenburger Urteil hatte die 35-Jährige über ihre Anwältin dann Berufung eingelegt.

Doch das war aussichtslos. Auch die Oldenburger Berufungskammer konnte am Donnerstag der Angeklagten eine Bewährungsstrafe nicht in Aussicht stellen. So zog die 35-Jährige ihre Berufung auch wieder zurück. Damit stehen die sieben Monate Gefängnis fest. Doch damit nicht genug. Nun muss die Angeklagte auch noch frühere Strafen, deren Vollstreckung seinerzeit noch zur Bewährung ausgesetzt worden war, nach einem Bewährungswiderruf zusätzlich verbüßen.

Sohn verlässt Schule

Die Sorge um ihren Sohn war groß. Bis zu einem Alter von sechs Jahren können Kinder mit ins Gefängnis genommen werden. Der Sohn der Angeklagten ist aber bereits schulpflichtig. Er kann nun bei den Großeltern unterkommen. Weil die aber nicht im Cloppenburger Raum leben, muss der Siebenjährige von der Schule abgemeldet werden.

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