Friesoythe Es ist genau fünf Jahre her, als ein Brandstifter in Friesoythe sein Unwesen trieb. Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich um einen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Frie-soythe. Seit Monaten hatte der damals 17-Jährige immer wieder für Brände gesorgt. Innerhalb eines Jahres wurden es über 20 Fälle, die der Serie zugeordnet wurden.

Zunächst brannten im Januar 2011 „nur“ Müllcontainer und Abfallbehälter. Das Erschreckende: Die Gefährdung von Menschenleben wurde in Kauf genommen. In einem Fall wurde nämlich eine brennende Tonne vor den Eingang eines Mehrfamilienhauses gestellt. Ein Bewohner erlitt eine Rauchvergiftung. Im Februar wurde – nach einem weiteren Brand – sogar ein tatverdächtiger junger Mann vorläufig festgenommen. Es war tatsächlich der 17-jährige Feuerwehrmann. Doch aus Mangel an Beweisen musste die Polizei ihn wieder laufen lassen. Ab diesem Zeitpunkt hörten die Brände in der Stadt urplötzlich auf. Bis Oktober 2011.

Wieder musste die Friesoyther Feuerwehr vermehrt ausrücken. Und die Taten wurden immer gefährlicher. Carports und Hausanbauten standen in Flammen. Die Polizei fahndete mit Hochdruck nach dem Brandstifter. Trauriger Höhepunkt dann beim Jahreswechsel 2011/2012. Am Neujahrsmorgen brannten an der Bonhoefferstraße in Friesoythe gleich zwei Wohnhäuser. Zuvor gab es in der Silvesternacht einen Vorfall in einer Friesoyther Gaststätte. Der zu diesem Zeitpunkt 18-Jährige hatte in der Herrentoilette ein Feuer gelegt. Ein Gast konnte die Flammen zum Glück rechtzeitig löschen. Nach diesen Fällen wurde zur Ergreifung des Brandstifters eine Belohnung in Höhe von 15 000 Euro ausgesetzt.

Der Spuk hatte schließlich am 8. Januar 2012 ein Ende. Nach umfangreichen Ermittlungsarbeiten der Polizei und der Staatsanwaltschaft wurde der 18-jährige Feuerwehrmann aus Friesoythe festgenommen. Fünf Monate lang saß er in Untersuchungshaft.

Im Mai 2012 verurteilte ihn das Cloppenburger Jugendschöffengericht unter anderem wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung in zehn Fällen zu einer Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung. Das Landgericht Oldenburg verschärfte das Urteil später auf 22 Monate auf Bewährung.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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