Bösel /Oldenburg Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat das Oldenburger Landgericht am Donnerstag in zweiter Instanz einen 58 Jahre alten Landwirt aus Bösel zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Damit reduzierte die Berufungskammer eine vom Amtsgericht in Cloppenburg in einem ersten Prozess um die Sache verhängte Geldstrafe fast um die Hälfte.

Die Einkommensverhältnisse des Landwirtes sollen sich verschlechtert haben. Deswegen musste die Bemessungsgrundlage für die Verhängung der Geldstrafe geändert werden. Der Angeklagte hatte über seinen Anwalt Berufung gegen das Cloppenburger Urteil eingelegt. Ihm war offenkundig die Geldstrafe zu hoch gewesen. Gegen einen früheren Strafbefehl, der eine Geldstrafe von 1800 Euro auswies, hatte er Einspruch eingelegt.

Nun also eine Geldstrafe von 1200 Euro. Doch was war geschehen? Der Angeklagte hatte versucht, den Schwanz eines seiner Rinder zu amputieren. Die Schwanzspitze war entzündet gewesen. Deswegen sollte der ganze Schwanz weg, damit sich die Entzündung nicht auf den ganzen Körper überträgt. Den Feststellungen zufolge brachte der Landwirt nun an der Wurzel des Schwanzes mit einem zangenartigen Instrument (Elastrator) extrem enge Gummiringe mit einem Durchmesser von unter einem Zentimeter an der Schwanzwurzel an.

Der Schwanz sollte dadurch nicht mehr durchblutet werden und irgendwann einfach abfallen. Das Tier trug den Feststellungen zufolge entsetzliche Schmerzen davon, zumal sich der Schwanz des Tieres durch die Behandlung des Angeklagten komplett entzündet haben soll. Eine Routinekontrolle des Veterinäramtes brachte das Grauen ans Tageslicht. Der Böseler hatte dann behauptet, nicht er habe die engen Ringe gesetzt, sondern sein Tierarzt.

Doch das ließ sich schnell klären. Der Amtstierarzt hatte bei seinem Kollegen angerufen und diesen auf die spezielle Behandlungsmethode angesprochen. Doch der Tierarzt des Angeklagten war unschuldig. Er hatte mit der strafbaren Behandlung des Rindes nichts zu tun gehabt.

Weitere Nachrichten:

Landgericht Oldenburg | Amtsgericht

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.