Friesoythe „Verkehrsunfall, unklar, eventuell eine Person verletzt“ – mit dieser eher unspektakulären Einsatzmeldung begann am Sonnabend die Rettungsdienstübung „Trübes Wasser“ in Friesoythe, die im Umfang die rund 100 Kräfte vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Feuerwehr, der DLRG und des Kriseninterventionsdienstes (KIT) noch überraschen sollte. Von der Großleitstelle Oldenburg alarmiert, machte sich entsprechend der Notfallmeldung zunächst nur ein Rettungswagen auf den Weg zur „Einsatzstelle“ an der Schillburger Schleuse an der Straße „Am Friesoyther Kanal I“. Dort angekommen blickten die beiden Retter dann aber auf eine „Schadenslage“, die sie alleine niemals hätten bewältigen können.

Bus gegen PKW

Perfekt geschminkte Mimen stellten eine Unfallsituation nach, die es in sich hatte. Ein PKW war gegen einen Bus gerast und danach an einen Baum geprallt. Zwei PKW Insassen wurden in den Küstenkanal geschleudert, zwei weitere im Fahrzeug eingeklemmt. In dem Bus befanden sich 20 Fahrgäste, 16 von ihnen schwer verletzt. Die einzige Chance für die Rettungswagenbesatzung: Mit dem Stichwort „ManV – Massenanfall Verletzter“ nahezu alles nachzualarmieren, was im nördlichen Rettungsdienstbereich Cloppenburg zur Verfügung steht.

Im Minutentakt trafen danach die Einsatzfahrzeuge in Schillburg ein. Die Feuerwehr Friesoythe befreite die eingeklemmten PKW-Insassen, Rettungsschwimmer der DLRG Friesoythe und der DRK Wasserwacht Sedelsberg retteten eine im Wasser treibende Person und suchten von ihren Booten aus nach einem vermissten Unfallopfer. Die Kräfte der DRK Einsatzeinheit Nord versorgten mit Rettungswagen die „Verletzten“ und mehrere Helfer des KIT betreuten die Unfallopfer psychologisch.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

100 Helfer bereit

Der Landkreis Cloppenburg hat für seinen Rettungsdienstbereich eine Örtliche Einsatzleitung bestimmt, die bei Schadensereignissen ab drei eingesetzten Rettungsmitteln die Aufgaben der Rettungsleitstelle übernimmt. Sie besteht mindestens aus einem Leitenden Notarzt, einem Organisatorischen Leiter und zwei Führungsgehilfen, die am Einsatzort allen Kräften gegenüber weisungsbefugt sind. Das Team beurteilt die Schadenslage, legt Behandlungsprioritäten fest und entscheidet über Transportmittel und Zielkrankenhäuser.

Es gibt jeweils eine DRK Einsatzeinheit für das nördliche und südliche Kreisgebiet, deren ehrenamtlichen Kräfte den einzelnen DRK Bereitschaften angehören. Bei Schadensereignissen sind sie in der Lage, den hauptamtlichen Rettungsdienst schnell und flexibel zu unterstützen. Beide Einheiten zusammen verfügen über 100 Helfer.

Die „Triage“ bezeichnet die Aufgabe, bei einer Großschadenslage mit sehr vielen Verletzten darüber zu entscheiden, wie die vorhandenen Einsatzmittel auf die Patienten aufzuteilen sind. Die Sichtung der Patienten ist eine Hauptaufgabe der Notärzte. Eine genaue körperliche Untersuchung kann dabei nicht erfolgen. Vielmehr muss innerhalb weniger Minuten pro Patient eine Sichtungskategorie nach Dringlichkeit festgelegt werden.

Örtliche Einsatzleitung

Ein Übungsschwerpunkt war die Koordinierung durch die „Örtliche Einsatzleitung“. Das Team ist mit Notärzten und Rettungsassistenten besetzt und übernimmt die Einsatzabwicklung von der Erkundung der Einsatzstelle bis zur Auswahl der Zielkliniken. Besonders anspruchsvoll ist hierbei die „Triage“, eine Einteilung der Patienten in Verletzungsmuster mit Festlegung einer Behandlungspriorität.

„Es liegt auf der Hand, dass solche Einsatzlagen nur durch ein enges Zusammenspiel aller Kräfte bewältigt werden können, wenn alle Informationen und Anordnungen von einer zentralen Stelle erfolgen“, erklärte Wolfgang Oltmanns, Leiter des Rettungsdienstes Cloppenburg. Diese Aufgaben übernahmen am Sonnabend die Notärztin Elisabeth Lamping sowie Josef Völker, Heinz Dierker und Frank Witten vom DRK.

Die wichtigsten Übungsziele „Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Organisationen“, „Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und der Einsatzleitung“, „spezielle Rettungstechniken bei eingeklemmten Personen und zu Wasser“ wurden erreicht, erklärte Oltmanns. „An einigen Stellschrauben werden wir noch drehen“, sagte Oltmanns und wies darauf hin, dass diese Übung ausschließlich durch ehrenamtliche Kräfte abgearbeitet wurde und der reguläre Rettungsdienst zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt war.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/cloppenburg-kreis/fotos 

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.