Barßel /Groß Ippener /Oldenburg Er experimentiert gerne. Deswegen hat ein 49 Jahre alter Mann aus Barßel in einem Wohnheim in Groß Ippener einem geistig behinderten Mitbewohner einen Becher mit Desinfektionsmitteln zum Trinken gegeben. Das Opfer wäre beinahe erstickt und konnte gerade noch gerettet werden. Damit dieses lebensgefährliche Experimentieren aufhört, hat die Oldenburger Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann am Donnerstag die Unterbringung des Barßelers in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet.

Bei dem gestrigen Verfahren handele es sich um ein sogenanntes Sicherungsverfahren. Anders als in Anklageverfahren gibt es in einem Sicherungsverfahren nur „Beschuldigte“, keine „Angeklagten“. Ein Sicherungsverfahren zielt in der Regel auf die Unterbringung einer beschuldigten Person in der geschlossenen Psychiatrie ab. „Der Barßeler stellt für die Allgemeinheit eine große Gefahr dar“, hatte am Donnerstag Oberstaatsanwalt Thomas Sander ausgeführt. Der stark intelligenzgeminderte Beschuldigte sei nicht in der Lage, das Unrecht seines Handelns einzusehen. Er gelte als schuldunfähig. Die Experimentierfreudigkeit des 49-Jährigen macht ihn so gefährlich. Er hat schon an verschiedenen Personen Sachen ausprobiert, die zum Tod hätten führen können. Im aktuellen Fall sollte das Desinfektionsmittel wie Alkohol wirken. Der Barßeler wollte erreichen, dass der geistig Behinderte anfängt zu tanzen und zu lachen. Doch der rang nur noch mit dem Tod.

„Wie ist das, wenn man stirbt“, fragte Richter Bührmann. „Dann kann man nicht mehr atmen“, so der 49-Jährige. „Dann aber ist man für immer nicht mehr da“, machte der Vorsitzende dem Barßeler die Brisanz seines Handelns deutlich. Doch so dramatisch sah der 49-Jährige das nicht. Er glaube an die Wiederauferstehung. Getötete könnten bald wieder unter uns sein, meinte er. Man müsse nur daran glauben. Zum Schutz der Allgemeinheit musste es zu der Unterbringungsmaßnahme kommen.

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