Cloppenburg Viel hat Stefan Baro in den vergangenen Tagen ertragen müssen. Sein Elternhaus an der Langen Straße 45 ist eines der beiden Gebäude, das am Freitag bei einem Großfeuer in der Cloppenburger Fußgängerzone völlig zerstört worden ist (die NWZ  berichtete). Seine Eltern Bernd und Liesel Baro haben nicht nur ihre Wohnung und Gebrauchsgegenstände verloren, sondern auch sämtliche Erinnerungsstücke wie alte Fotos und Chroniken. „Auch einige alte Bilder, die mein Großvater Clemens August Baro noch mit Heinz Kramer-Hinte gemalt hat, sind völlig zerstört worden“, sagt Stefan Baro mit einem leeren Blick an diesem Montagmorgen bei einem Ortstermin an der Brandstelle.

Geschäft seit 213 Jahren

Das Bilder- und Rahmengeschäft Baro ist wohl das traditionsreichste Geschäft in Cloppenburg. Nach Aussagen von Stefan Baro besteht es mittlerweile seit 213 Jahren. „Mein Vater macht jetzt schon Pläne davon, wie alles wieder aufgebaut werden soll“, berichtet Stefan Baro. Die Lange Straße künftig ohne die Baros – das ginge doch nicht, meine der Vater. „Ich glaube aber, dass er das ganze Ausmaß noch nicht realisiert hat.“

Am Freitagmittag – so Stefan Baro weiter – habe sein Vater kurz nach dem Ausbruch des Brandes gegen 11.30 Uhr noch versucht, das Feuer selbst zu löschen. Parallel sei die Feuerwehr von einer Mitarbeiterin eines gegenüberliegenden Modegeschäfts verständigt worden. Löschen konnte Bernd Baro das Feuer nicht, dafür musste er bis Sonnabend mit einer Rauchgasvergiftung im Cloppenburger Krankenhaus bleiben.

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Brandort beschlagnahmt

Unterdessen hat auch das Geschäft „Nanu-Nana“, das am Sonnabend noch geschlossen war, am Montag wieder seine Türen geöffnet. Das Damenmodengeschäft „Eleonora“, das eigentlich am 1. März eröffnet werden sollte, und Optik Bergner, beide im Erdgeschoss das Hauses Nummer 45 untergebracht, sind dagegen ohne Leben. Die Polizei hat den Brandort polizeilich beschlagnahmt, der Betritt desselben ist behördlich verboten.

Auch bei Carsten von Hammel, der die Oberwohnung in der Langen Straße Nummer 43 über „Ernsting’s Family“ bewohnt, ist wieder ein Stück Normalität eingekehrt. Wie berichtet, hatte der Inhaber eines Reisebüros am Freitag lange Zeit um die Unversehrtheit seiner Wohnung gebangt, bis die Feuerwehr dann doch noch mit einem massiven Wassereinsatz das Übergreifen der Flammen auf Nummer 43 verhindern musste. Aus Wohn- und Esszimmer sowie Küche zur Straße hin ist das Löschwasser vom Boden aufgenommen worden. Außerdem haben von Hammel und seine Lebensgefährtin das Wochenende nicht bei Sonnenschein im Freien, sondern mit Eimer und Lappen in den vier Wänden verbracht. „Jetzt geht es wieder einigermaßen.“

Stichwort Wohnung: Bernd und Liesel Baro haben jetzt erst einmal eine Bleibe bei ihren Söhnen Stefan und Thomas gefunden. Doch nun soll es schnell auf Wohnungssuche gehen. „Es ist uns schon eine Menge angeboten worden. Die Menschen sind wirklich sehr hilfsbereit“, sagt Stefan Baro.

„Gucken nach vorne“

Dass auch das weitere Prozedere am Brandort jetzt zügig über die Bühne geht, ist wohl nur ein frommer Wunsch. Wenn denn irgendwann alle Versicherungsfragen geklärt sind, die einsturzgefährdeten Häuser abgerissen und neue Gebäude erstellt sind, dürften anderthalb bis zwei Jahre ins Land gegangen sein. „Aber, was nützt es. Wir gucken jetzt nach vorne“, sagt Stefan Baro mit fester Stimmer, bevor er sich zu einem Kaffee im Stehen bei Tchibo verabschiedet.

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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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