Barßel „Haben Sie noch einen Moment Zeit?“ – Barbara Moormann steht in ihrer Bürotür. Dort hat sie gerade noch eine Besprechung mit einer Kollegin. Die 63-Jährige hat derzeit alle Hände voll zu tun, es gibt noch viel zu erledigen. Denn diese letzten Tage vor den großen Ferien sind auch die letzten Tage im aktiven Schuldienst für die Leiterin der Barßeler Marienschule.

Moormann, die aus Harkebrügge stammt und dort auch wohnt, leitet die Marienschule seit 2009, davor war sie als Rektorin an der Junker-Harke-Grundschule in Harkebrügge tätig. Nach ihrem Studium an der Uni Oldenburg war sie ab 1978 zunächst an verschiedenen Grundschulen in der Region tätig. „Damals gab es plötzlich regelrechte Lehrerschwämme“, erinnert sie sich. Ab Februar 1982 fing Moormann dann fest an der Barßeler Grundschule an, bevor sie 1999 als Leiterin nach Harkebrügge wechselte. „Für mich schließt sich damit jetzt auch ein Kreis“, sagt die Pädagogin.

Eigentlich könne sie ja noch ein Jahr weitermachen, erzählt die 63-Jährige. „Ich bin immer mit Leib und Seele Lehrerin gewesen. Aber die Aufgaben werden immer umfangreicher, ich verbringe sehr viel Zeit hier in der Schule.“

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Im Vergleich zu ihrer Anfangszeit habe sich alles geändert. „Wir sind verlässliche Grundschule geworden, Ganztagsschule, die Inklusion und schließlich die Flüchtlingssituation. Wir müssen mit vielen neuen Faktoren arbeiten“, so Moormann.

Auch das Engagement der Eltern sei in all den Jahren immer stärker geworden. „Schule ist für Eltern viel wichtiger geworden. Durch das Wegfallen der Orientierungsstufe müssen sich die Eltern früher entscheiden, was die weitere Schullaufbahn angeht.“ Sozusagen als letzte Tat wird Barbara Moormann in den Ferien noch an der Erstellung des Stundenplanes für das neue Schuljahr mitarbeiten und Konrektorin Maike Gundelach unterstützen. Danach freut sich Moormann über mehr Zeit für Haus und Garten und ihren Mann, die drei Kinder und vier Enkelkinder.

Ein Nachfolger ist übringens noch nicht in Sicht. Vorerst wird Konrektorin Gundelach das Amt kommissarisch übernehmen. Warum sich bislang niemand für die Leitung der Marienschule interessiert, kann Moormann nicht verstehen. „Es gibt hier ein sehr junges und aktives Team“, lobt sie das Kollegium. Und der große Vorteil einer Dorf-Grundschule: „Die Gemeinschaft ist einfach toll, man kennt die Eltern sehr gut und auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen und den Kirchen ist hervorragend.“

Was man für den Job braucht? „Auf jeden Fall Liebe zu den Schülern und zum Beruf. Auch Verwaltungsarbeit sollte man sich zutrauen und natürlich kein Problem damit haben, in der Öffentlichkeit zu stehen.“

Das wird Barbara Moormann künftig nicht mehr. Ein bisschen komisch werde es sicherlich sein, wenn die Ferien vorbei sind, glaubt Moormann. Dann heißt es für sie endgültig: Schule aus.

Jonas Schönrock Barßel / Redaktion Münsterland
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