CLOPPENBURG Trotz Bedenken einiger Mitglieder hat der Kreisschulausschuss dem Kreistag am Dienstag bei drei Enthaltungen empfohlen, das Ansinnen der BBS am Museumsdorf in Cloppenburg zu unterstützen, ab dem Schuljahr 2013/2014 eine Berufsfachschule Altenpflege einzurichten.

Das St.-Pius-Stift, das ebenfalls eine Altenpflegeschule (in kirchlicher Trägerschaft) unterhält, zeigte sich von dem Antrag „überrascht“, es habe vorab keine Informationen der BBS an das Pius-Stift gegeben, führte Pfarrer Bernd Strickmann als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung St.-Pius-Stift in einer Stellungnahme aus. Vielmehr habe die Schulleitung in einem gemeinsamen Gespräch, bei dem auch der damalige Kuratoriumsvorsitzende Dechant Hartmut Niehues anwesend war, signalisiert, dass die BBS nicht im Altenpflegebereich tätig werden wolle.

Zudem liege die kurzfristige Zukunft der Altenpflegeausbildung in der Zusammenführung der Pflegeberufe mit einer generalistisch ausgerichteten Ausbildung, hatte eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe in einem Eckpunkte-Papier zur Vorbereitung eines neue Pflegeberufegesetzes festgesetzt. Insofern stelle sich laut Strickmann die Frage, ob der Aufbau einer Berufsfachschule Altenpflege noch zeitgemäß sei.

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Gabriele Droste-Kühling, stellvertretende Schulleiterin der BBS am Museumsdorf, entgegnete, die Schule könne nur Schulformen einrichten, die im Schulgesetz vorgesehen seien. Erst in der Ausgestaltung des Eckpunktepapiers sei damit zu rechnen, dass die Altenpflege sich neu aufstellen werde.

Im St.-Pius-Stift werden derzeit 86 Altenpflegeschüler beschult, für das Schuljahr 2012/ 2013 liegen 36 verbindliche Anmeldungen vor. Allerdings besuchen derzeit 34 Schüler, die in einer Pflegeeinrichtung im Landkreis Cloppenburg ausgebildet werden, Altenpflegeschulen außerhalb des Landkreises. Das bestätigt die BBS in ihrem Bemühen, mit einer Berufsfachschule Altenpflege, die einzügig mit 22 bis 24 Schülern geführt werden soll, das Angebot im Landkreis zu erweitern.

Dr. Michael Hoffschroer als Vertreter der Arbeitgeberverbände enthielt sich der Stimme – ebenso wie der Kreiselternratsvorsitzende Aloys Budde und Stefan Riesenbeck (SPD). Hoffschroer argumentierte, es gebe noch viele offene Fragen, etwa, wie die BBS die enge Verzahnung mit Arbeitgebern sicherstellen könne. Größere Bedenken habe er auch, ob die BBS zusätzliche Lehrer finden werde. Hier werde es kein Problem geben, versicherte Droste-Kühling. Zudem kooperiere die BBS mit Heimen im gesamten Landkreis.

Wilhelm Bohnstengel sieht keine Gefährdung für die Schule am St.-Pius-Stift und unterstützte für die SPD ebenso wie Bernhard Möller für die CDU – Möller: „Konkurrenz belebt das Geschäft“ – das Ansinnen der BBS.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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