Bösel Im Büro von Kerstin Schröder-Wielenberg an der St.-Martin-Grundschule wird auf den ersten Blick deutlich, womit sie sich befasst: Auf Papierwolken geschrieben steht da: „Fair miteinander umgehen“, „Den anderen ausreden lassen“ oder „Wir sind alle gleich, auch wenn wir anders ausschauen, anders denken, anders handeln. Wir sind Menschen. Wir sind Kinder."

Kerstin Schröder-Wielenberg arbeitet als Schulsozialarbeiterin an der Böseler Grundschule. Zunächst hospitierte sie, seit Kurzem ist sie mit sieben Stunden fest an der Schule eingesetzt. Den Job an der Grundschule empfindet die Mutter zweier Kinder, die zudem an der Universität Oldenburg Sonderpädagogik studiert und davor bereits Lehramt für Haupt- und Realschulen studiert hatte, als „unglaubliche Bereicherung“.

Hoher Stellenwert

Das Land Niedersachsen misst der schulischen Sozialarbeit hohen Stellenwert bei und hat die Stunden erhöht: Lehrkräfte werden durch die Fachkräfte bei den außerunterrichtlichen Tätigkeiten entlastet, der Kontakt zu Eltern und Erziehungsberechtigten wird gestärkt, Schülerinnen und Schüler erhalten zusätzliche Ansprechpartner sowie Unterstützung im Schulalltag und darüber hinaus.

An der Grundschule Bösel hatte bislang Manuela Herbst, Schulsozialarbeiterin an der Oberschule, ein Stundenkontingent.

Mobbing, Streit, Probleme im Elternhaus oder mit Freunden und Mitschülern: „Ich bin jederzeit für die Schüler da“, sagt die Pädagogin, die in Bösel wohnt – jedenfalls mittwochs und donnerstags, wenn sie an der Grundschule ist. Den Mädchen und Jungen stehe die Tür zu ihrem Büro offen. Sie steht aber auch in engem Kontakt zu den Kollegen und begleitet sie in den Unterricht. „Häufig bleibt einfach nicht genügend Zeit, um allen Schülern gerecht werden zu können“, sagt Kerstin Schröder-Wielenberg. Auch in den Pausen ist sie da, wenn sie gebraucht wird.

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Den Schülern soziale und emotionale Kompetenzen zu vermitteln – darum gehe es ihr: „Das emotionale Lernen ist genauso wichtig wie das kognitive.“ Dafür möchte sie im kommenden Halbjahr ein Trainingsprogramm in einer Arbeitsgemeinschaft anbieten, Thema: „Mich und Dich verstehen“. Darin soll es darum gehen, Gefühle der Mitschüler zu erkennen, den Anderen zu verstehen und Ängste sowie Stresssituationen zu bewältigen. Ihre Arbeit betrachtet sie als präventiv. „Auf diesem Grundstein kann an den weiterführenden Schulen aufgebaut werden.“

„Stress“ – den gibt es zuweilen auch unter Schülern. „Rivalität ist ein wichtiger Entwicklungsschritt“, sagt Kerstin Schröder-Wielenberg. Wenn diese aber in handfesten Streit mündet, ist sie gefordert, oder vielmehr ihre Schützlinge. Denn gemeinsam mit Daniel Wulfen bildet sie in einer Arbeitsgemeinschaft Streitschlichter aus. In den Gesprächen, in denen der Zwist beigelegt werden soll, bleibt sie im Hintergrund.

Viel mit den Schülern sprechen, um herauszufinden, wo der Schuh drückt, erklärt sie ihre Arbeitsweise. Denn zuweilen kann unter einem Streit von Mitschülern auch das Klassenklima leiden. Dann könne es helfen, die gesamte Klasse einzubeziehen – etwa in Form eines Rollenspiels. „Fair miteinander umgehen“ – darum geht es.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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