LASTRUP LASTRUP - Irgendeine Klasse 9 in irgendeiner Schule in irgendeiner Stadt oder Gemeinde in Deutschland: Überall könnte der Schauplatz des Theaterstücks „Eins auf die Fresse“ sein, das am Donnerstag in der Aula der Haupt- und Realschule in Lastrup aufgeführt wurde. Autor Rainer Hachfeld hat Themen aufgegriffen, die gegenwärtig an vielen Schulen eine besonders unrühmliche Rolle spielen: Gewalt, Gefühlskälte, Imponiergehabe, Hass und Frust gegen alles und alle.

120 Besucher waren zu der ersten Theateraufführung überhaupt in der Lastruper Schule gekommen, und Rektor Kurt Küpker fand viel Lob für das Engagement der Schüler und Schülerinnen. Sie hätten den Beweis angetreten, dass auch Neuntklässler in der Lage sind, ein abendfüllendes anspruchsvolles Programm zu bieten. Beteiligt waren die Wahlpflichtkurse Deutsch, Kunst, textiles Gestalten und Musik.

Der Inhalt des Stücks ist nicht neu, aber beklemmend genug: Mathias Erbach hat sich das Leben genommen. Für die Schulleitung und die Lehrerschaft ein äußerst fatales Vorkommnis, denn es könnte ja unangenehme Fragen der Schulbehörde nach sich ziehen. Deshalb tut die Schulleitung alles, um den Eklat herunterzuspielen. Die Ursachen für den Suizid liegen aber durchaus auch in der Schule. Denn der Schüler Lukas Kunewski, genannt Lucky (Florian Schumacher), ein ziemlich übler Schläger, der seine Probleme bedenkenlos mit den Fäusten löst, hatte seine Hände mit im Spiel. Mit seiner brutalen Art schüchtert er seine Mitschüler ein, und „wenn mir einer doof kommt, kriegt er eins auf die Fresse“.

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Richtig stressig wird es, als ein Neuer in die Klasse kommt, Sven Sommerland (Mirco Störmer), der nicht in das Klassenschema passt, und der sich nicht scheut, unangenehme Fragen zu stellen. Lucky zeigt ihm natürlich sofort, wo es langgeht, aber Sven lässt sich das nicht lange gefallen, und als Lucky es übertreibt, antwortet er ihm in der einzigen Sprache, die dieser versteht und legt ihn aufs Kreuz. Luckys Nimbus ist im Eimer und der große Jammer packt ihn. Nun beichtet er, warum sich Mathias wirklich umbrachte . . .

Die Schüler spielten mit großem Engagement. Unter der rauen Schale und der zur Schau getragenen Kälte steckt doch noch ein wenig Gefühl und Menschlichkeit, selbst bei Lucky, dem Raubein, so die Botschaft des Stücks. Die Texte entsprachen der heute bei Jugendlichen üblichen coolen Sprache, und Humor kam nicht zur kurz. Der brisante Stoff regt sicherlich viele Diskussionen in den Schulklassen an und bietet den idealen Einstieg in das Unterrichtsthema Gewalt.

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