Bösel Manuela Herbst hat ein offenes Ohr für die Belange der Schüler an der Oberschule. Über Liebeskummer wird in ihrem Büro auch schon mal gesprochen, oder über andere Probleme im Privatleben. Die 36-Jährige ist über das Caritas-Sozialwerk angestellte Sozialarbeiterin an der Oberschule in Bösel.

In der Schulsozialarbeit ist einiges im Umbruch. Finanziert wird Manuela Herbst zum einen über das Projekt Stärkung der Hauptschule (früher Hauptschulprofilierungsprogramm). Erfreulich: Dieses Programm hat die Landesregierung gerade erst bis Ende 2016 verlängert. Unklar ist allerdings, wie es mit dem Bildungs- und Teilhabepaket weitergeht – der zweite Topf, aus dem Manuela Herbst bezahlt wird. Denn das läuft zum Ende des Jahres aus.

Die Schulsozialarbeit habe man im Blick, sagt Sabine Uchtmann, Pressesprecherin des Landkreises Cloppenburg. Wie sie künftig weitergeführt werden kann, stehe auch auf der Tagesordnung bei der Sitzung der Treffen aller Bürgermeister und dem Landrat. Es gebe aber noch keine abschließende Entscheidung, so die Pressesprecherin auf NWZ -Anfrage. Auch die Schulleiter im Kreis haben sich für die Fortführung eingesetzt, in der Politik ist das Thema ebenfalls angekommen.

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Reinhard Lanfer, stellvertretender Schulleiter der Oberschule in Bösel, weiß um dem Wert der Schulsozialarbeit – „ein sehr wichtiges Aufgabengebiet, das unbedingt fortgeführt werden muss.“ Das Bildungs- und Teilhabepaket müsse fortgesetzt werden, sagt Lanfer.

Manuela Herbst arbeitet seit vier Jahren an der Böseler Oberschule, mit einem kleinen Stundenkontingent auch an der St.-Martin-Grundschule nebenan. „Ich habe schon so einige Schüler auf den Weg gebracht“, sagt Manuela Herbst mit einem breiten Lächeln. Dabei decke sie „das komplette soziale Leben“ ab, wie sie selbst sagt, arbeite mit Lehrern, Eltern, Betrieben, der Agentur für Arbeit, auch der Polizei oder dem Jugendamt zusammen. Aus welchem Fördertopf welche Maßnahme finanziert wird, ist dabei fließend.

Für alle neuen Fünftklässler bietet Manuela Herbst nach den Ferien ein Sozialtraining an, bei dem sich die Schüler kennen lernen. Ein großer Teil ihrer Arbeit macht die Berufsorientierung und -beratung aus – hier kommt das Programm zur Stärkung der Hauptschulen zum Tragen, das sich aber neu aufstellen müsse, sagt Herbst. Denn die reine Hauptschule läuft mit Einführung der Oberschule in Bösel aus. Lediglich eine Hauptschulklasse wird noch verabschiedet.

In ihrer Arbeit geht es darum, die Schüler auf ihrem Weg von der Schule ins Berufsleben zu begleiten. Dafür bietet sie auch Bewerbungstrainings an. Vorstellungsgespräche werden schon mal durchgespielt und Telefonate mit einem möglichen künftigen Arbeitgeber. Stelleninserate werden analysiert oder Bewerbungsmappen gestaltet. Jüngst hat sie Schüler dabei unterstützt, für das Auswahlverfahren bei der Polizei zu pauken. „Die Fragebögen sind nicht ganz einfach“, berichtet Manuela Herbst.

Besuche im Berufsinformationszentrum (BIZ) oder bei Jobmessen organisiert sie, auch das Schutzengelprojekt in der Schule. Sie begleitet auch den Betriebstag für alle Schüler der achten und neunten Klassen, bei dem diese in unterschiedliche Berufe und Bereiche hineinschnuppern können. „Die Schüler müssen sich schon selbst ein Unternehmen suchen und sich dort vorstellen.“ Es gehe schließlich auch darum, die Schüler selbstständig zu machen.

Im Nachmittagsprogramm der Schule bietet sie eine Schmuckwerkstatt an. Dass sie sich im Handarbeiten gut auskennt, bewies sie auch jüngst bei der Mittelalter-Projektwoche, die sie mitorganisiert hatte – aus Leidenschaft. Denn das Mittelalter beschäftigt sie auch im Privatleben.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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